Als ich noch in meinem Bürojob feststeckte und mein morgendliches Aufwach-Gefühl aus totaler Demotivation bestand, wünschte ich mir mit jedem ersten Augenaufschlag nur eines: Endlich die Aufgabe zu finden, die mich beruflich und persönlich erfüllen würde.

Ich wollte nur raus: Aus der Routine, aus meinem Hamsterrad, der ewigen Job-Sinnfrage und dem Stresslevel, welches mir so viel Unruhe bereitete. Vor allem in meinem Kopf. Ständig Geschnatter und Bamboule. Immer war etwas los.
Feierabend?! Fehlanzeige – Davon hatten meine Gedanken noch nie gehört.
Mein Körper war müde, aber wirklich erschöpft war mein Geist.
Kennst du das Gedankenkarussel? Dieses ständige abwägen, bewerten, beurteilen, sich einmischen und kommentieren. Abends im Bett keine Ruhe zu finden, schlecht zu schlafen, mit dickem Kopf wieder aufzuwachen… Also führte mein Weg mich ins Yogastudio.
„Unsere Lebensqualität wird von unseren Gedanken bestimmt und davon, wie sehr du dich mit ihnen identifizierst.“
… sprach es… Ich lag genervt auf meiner Matte. Wie oft hatte ich das schon gehört. Leider hatte niemand eine praktische, lebensnahe Anleitung auf meine Frage:
Wie identifiziert man sich denn nicht mit seinen Gedanken?
Ich begann zu experimentieren: Ausdauertraining stoppte meinen Gedankenfluss nur kurzfristig. Und auch nur dann, wenn ich mich in einen Rausch gelaufen hatte. – Jeden Tag joggen? – Das ging definitiv zu weit. Ich konnte mir weiß Gott Schöneres vorstellen.
Lag der Schlüssel also darin, sich selbst nicht zu ernst zu nehmen? Was, wenn ich nicht alles glauben würde, was mir mein Kopf so erzählte?
Das war mir bereits klar: Die Stimme in meinem Kopf weiß, sich zu verwandeln und mir je nach Blickwinkel – inneres Kind, Kritiker, Ego-Ich, Erwachsenen-Ich – entsprechende Bilder und Konzepte vorzubeten, nämlich: Meine Glaubenssätze und Überzeugungen, aus deren Perspektive heraus ich denke und handele.
Also stellte ich mir mein Gedankenkarussel als leicht debilen bis mittelschwer bekloppten, entfernten Verwandten vor. Sorry! Aber es funktionierte! Der Märchenonkel war aufgeflogen, denn je weniger ich mich involvierte, desto weniger erzählte er mir!
Probiere es selbst aus: Du wirst feststellen, dass es mehrere Stimmen sind und alle ihre eigene Sicht auf die Dinge haben. Du wirst feststellen, dass sie ein Gefühl in deinem Körper hinterlassen.

Deine Gedanken haben Einfluss auf dein körperliches Wohlbefinden.

Wenn ich negativ denke, fühle ich, dass mir buchstäblich etwas an den Kragen will: Meine Schultern ziehen zu den Ohren. Mein Nacken wird kurz. Ich fühle mich fest und verspannt. Sobald ich spüre, dass meine Stimmung und Laune absacken, weiß ich: Alarm! Ich muss meine Gedanken ändern.
Der erste Schritt ist, die Perspektive zu wechseln und für das dankbar zu sein, was bereits da ist.
Hindernisse sind Chancen. Zu oft denken! wir, der Herausforderung nicht gewachsen zu sein. Wir haben gelernt, auf das Ergebnis hin zu arbeiten – auf die Sicherheit – anstatt den Prozess selbst zu genießen. Wenn ich die Situation so annehme, wie sie ist, höre ich auf, Widerstand zu leisten. Aus dieser inneren Stärke ziehe ich automatisch mehr von dem an, was mir gut tut.
Der zweite Schritt besteht darin, deinem inneren Ruf zu folgen: Handele oder suche nach Wegen, es möglich zu machen!
Dein Herz sagt dir, das du bereit bist. Doch Kopf und Ängste melden sich und machen dir einen Strich durch die Rechnung. Taucht dein innerer Kritiker auf – oder Märchenonkel – frage, wie er die Dinge sieht. Höre es dir an, aber maßgeblich ist dein Gefühl, denn:

Dein Körper ist das Barometer deines Wohlbefindens.

Wenn mein Herz ja sagt, fühle ich eine Art energetischen Frieden und Freiheit in mir. Von diesem Standpunkt aus fühlt sich alles möglich an. Selbst wenn es nicht leicht ist, ich ängstlich bin: Ich gebe mich der Herausforderung hin, so gut es geht. Auch kleine Schritte führen ans Ziel. Wenn ich welche mache, ergibt sich mein Märchenonkel. Und ich selbst mich auch.
Der dritte Schritt liegt darin, 100% Verantwortung zu übernehmen und aus der Opferrolle heraus zu treten.
Wir müssen uns kontinuierlich fragen, was wir gestalten wollen und wie es sich anfühlt! Wenn ich das tue, bleibe ich mit meinen Herzenswünschen und meiner Intuition verbunden. Ich visualisiere, was ich mir wünsche und verbinde mich mit dieser Freude. Ich stelle mir vor, dass es bereits real ist.
Anstatt dem inneren Kritiker die Oberhand zu geben – er kritisiert mich sowieso, egal wie viel ich mache – bleibe ich in diesem Gefühl. So ziehe ich die Möglichkeiten und Ressourcen an, die mir helfen, mich weiter in die richtige Richtung zu bewegen.
Deine Gedanken zu beobachten und zu lenken kann am Anfang wie eine Mammutaufgabe aussehen. Je öfter du deinen Blickwinkel aktiv beobachtest und änderst, desto schneller kommst du in die Erfahrung von Freude, Fülle und Leichtigkeit.
Diese 3 Schritte helfen mir, mich zurück in einen positiven Blickwinkel zu bringen:

1. Visualisiere deinen Wunsch und fühle ihn.

Visualisiere, was genau du möchtest und sprich während dessen darüber. Du kannst es auch aufschreiben. Wichtig ist, dass du deine Gedanken und Gefühle raus lässt, anstatt sie zu denken.
Der Trick dabei ist, dich mit den Gefühlen, die dahinter stehen, zu verbinden. Sie können wie ein warmer Sommerschauer über dich kommen. Bevor du dich versiehst, bist du schon in einem Mindset, aus dem du die Dinge anziehen wirst, die du dir wünschst.

2. Tue es, auch wenn du Angst hast.

Denke nicht so viel, sondern mache! Sonst wirst du dich selbst noch mehr bemitleiden und dich schlecht fühlen.
Frage dich, was der nächste Schritt ist, um dein Ziel zu erreichen. Entscheide dich für das, was erreichbar und greifbar ist. Dann handele. Wenn das nicht geht: Denke daran, wie du dich fühlen willst! Denke daran, das du eine Wahl hast! Je schneller du dich in eine andere Perspektive bringst, desto schneller wirst du mehr Freude und Leichtigkeit erfahren.

3. Wenn du deine negative Gedanken nicht transformieren kannst, sitze mit ihnen.

Nimm einen bequemen Sitz ein und fokussiere dich auf deinen Atem. Lasse zu, dass zu fühlen, was dir im Weg steht. Wenn wir die dunklen Stellen nicht anschauen, finden sie andere Wege, sich in unserem Leben zu zeigen.
Was, wenn die negativen Gefühle bleiben?
Nimm dir Zeit und spüre: Sind sie in deinem Herzen? Sind sie in deiner Kehle, deinem Magen? Gehe durch deinen Körper und fühle, was da ist. Sitze damit, bis die negativen Gedanken und Gefühle leichter werden. Das werden sie, ganz sicher!
Wenn du deinen Gedanken bewusste Aufmerksamkeit schenkst, wird es viel leichter deine momentanen Umstände so zu beeinflussen, dass sich die Dinge nach deinen Vorstellungen wandeln!
Was hat dir geholfen, negative Gedanken in positive Gefühle umzuwandeln? Sind diese 3 Schritte hilfreich? Erzähle mir mehr davon im Kommentar!
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7 Kommentare

  1. Sandra Heim

    Liebe Anja, danke für Deinen motivierenden Text! Was ich auch noch empfehlen kann im Umgang mit negativen Gedanken ist sie einfach zu beobachten. Wenn man das ein, zwei Minuten macht, wird es schon besser 🙂

    Antworten
    • Anja

      Liebe Sandra, da hast du Recht! Die Tipps helfen dann, wenn alles andere nicht mehr hilft – manchmal dreht man sich ja im Kreis 🙂
      Danke fürs Lesen!!

      Antworten
  2. Petra Schwehm

    Liebe Anja,
    Mir gefällt deine Idee, mir die negativen Gedanken als „spinnerte“ Leute vorzustellen 🙂
    Und es einfach zu tun, auch wenn Angst da ist, finde ich persönlich sehr hilfreich. Ich versuche oft danach zu handeln!
    Herzlichen Dank für deinen Input!
    Petra

    Antworten
  3. Christian Walter Hinze

    Halo Anja,
    negativ zu denken ist ja in den meisten Fällen ein Zeichen davon, dass es einem an positiven Gedanken und positiven Gefühlen mangelt. Und ich finde, dass hast du gut herausgestellt. Manchen Menschen kann es in der Tat helfen, dankbar zu sein. Und wenn man negativ denkt, all das aufzuzählen, für das man dankbar sein kann, um seine Frequenz zu ändern. Und ja – einfach ist es nicht(!).
    Was mich angeht und das ist natürlich ein subjektiver Eindruck, so stelle ich mir die negativen Gedanken als Unterstützer vor, die mir etwas sagen wollen. Damit übernehme ich natürlich die volle Verantwortung, wie du es bereits beschrieben hast. Statt sich in die Ecke zu setzen und vor Selbstmitleid zu triefen, stellt man sich, was man erreichen kann, wenn man sich zusammenreißt. Statt also negative Gedanken loswerden zu wollen oder sie als Feind zu betrachten, versuche ich sie jedes Mal anzunehmen und mich zu fragen: Was kann ich aus dir lernen? Was willst du mir sagen?
    Denn dann kooperieren wir und ich weite mein Bewusstsein – was ja ohnehin die Aufgabe von Gefühlen ist: Einem Menschen mitzuteilen, ob er etwas gut macht oder ob er etwas ändern sollte.
    Alles Liebe,
    Christian Walter Hinze

    Antworten
    • Anja

      Hallo Christian,
      das hast du sehr schön beschrieben; vor allem auch was die Gefühle angeht! Den Artikel habe ich vor mehr als zwei Jahren geschrieben, heute würde ich manches anders benennen. Negative Gefühle zum Beispiel. Allein diese bezeichnung bringt einen Impuls ins Bewusstsein der mit Negation behaftet ist. Es sind alles Gefühle, weder gut noch schlecht. Es sind alles Richtungs- und Wegweiser, genau.
      Dir auch alles Liebe!
      Anja

      Antworten
  4. Christian Walter Hinze

    Hallo Anja,
    sehr klug umschrieben: Das Wort ’negativ‘ rührt bei manchen Menschen schon ein negatives Gefühl hoch.
    Ob Menschen Rosen immer noch mögen, würden sie statt ‚Rosen‘ ‚Stinkmorchel‘ heißen? Eine Bezeichnung mag zwar nur eine Bezeichnung sein, doch ist sie nicht unbedeutend.
    Ich glaube, es war Shakespeare, der gesagt hat: Es gibt nichts Negatives und nichts Positives; Nur Denken macht es dazu.
    Wichtig ist, dass Menschen darin unterrichtet werden, ihre Gefühle wahrzunehmen und sich nicht als wehrloses Opfer eben dieser verstehen.
    Alles Liebe
    Christian

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  5. Fea

    Vielen Dank, liebe Anja und auch danke fuer die Kommentare der Leser… Die Beitraege gehen direkt ins Herz und ich habe mich sofort motiviert gefuehlt all diese wertvollen Erkenntnisse umzusetzen. Fast wie ein mentales und emotionales „Work Out“. Klar, am Anfang hat man Muskelkater und es fuehlt sich anstrengend an, aber mit der Zeit faellt es immer leichter in seinem eigenen friedvollen Space zu sein. Super Technick, dass Gedankenchaos zu benennen. In einer schweren Zeit, in welcher ich von negative Gedanken regelrecht „heimgesucht“ wurde und dies unglaubliche Schuldgefuehle verursacht hat, habe ich mir die negativen Gedankenblitze als neckischen Kobold oder als Clown vorgestellt. Den angstbesetzten Gedanken ein Bild und einen Namen zu geben hat mich von der kompletten Identifikation befreit und von deren „Macht“ ueber mein Bewusstsein. Alles Liebe von Fea

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