Viele von uns tun nicht wirklich das, wozu sie eigentlich Lust haben und was sie sich insgeheim wünschen (mich eingeschlossen). Um es kurz zu sagen: Wir verhalten uns so, als würden wir das, was wir eigentlich wollen, doch nicht wollen.

Träume und Ziele lassen sich nicht mit Dauer-Kompromissen erreichen. Eigentlich ist uns das doch klar, warum aber verhalten wir uns dennoch so?
Haben wir vor unserer eigenen Kraft und Stärke und der Verantwortung, die sie mit sich bringt, etwa Angst?
Oder haben wir Scheu davor, diejenigen, die uns wichtig sind, mit einem neuen Selbst zu überraschen und fürchten deswegen ihre Reaktion und ihre Meinung?

Während meiner letzten Anstellung hatte ich Freunden und Familie erzählt, dass ich eines Tages selbstständig sein und mit meinem PC im Rucksack um die Welt reisen würde. Obwohl ich mich nicht traute, ein zweites Mal ohne Sicherheitsnetz zu kündigen verkündete ich stolz: „Eines Tages werde ich das auf jeden Fall machen, nur jetzt ist die Zeit noch nicht reif dafür!“
Diesen Worten dann auch tatsächlich Taten folgen zu lassen wurde mit der Zeit überfällig, insgeheim wusste ich das. Zum Glück wusste es kein anderer!

Aus der Angst verletzlich zu sein, spielen wir unsere wahren Wünsche herunter und fürchten die Konsequenzen, die solch grundlegende Entscheidungen mit sich bringen.

Denn was, wenn ich voller Tatendrang gekündigt hätte und meine Existenzgründung dann doch gescheitert wäre?
Ich wäre mit meinem Scheitern konfrontiert gewesen. Die, die mich gewarnt hatten, hätten Recht behalten. Das „Ich habs dir doch gesagt,“ wollte ich mir ersparen. Schließlich kann es sich mehr als furchtbar anfühlen, ein „Herzens-Ziel“ auszugeben und es dann nicht zu erreichen.
Doch was wäre noch schlimmer?!
Entschuldigungen vor mir selbst zu finden. Nämlich dafür, dass ich nicht meinem Wunsch nachgegangen bin und mir selbst nicht in den Hintern getreten habe, um das zu kreieren, wovon ich wirklich träume. Auch wenn das bedeutet, Menschen, Dinge oder Lebensumstände loslassen zu müssen.
Und wir alle tun das: Entschuldigungen und Gründe dafür finden, warum unser persönlicher Traum nicht funktionieren kann. In Beziehungen (besonders dort!), unserer Karriere und unserer Selbstständigkeit.
Die Komfort-Zone zu verlassen und zu wachsen kann blaue Flecken und Blessuren mit sich bringen… Der Prozess, aufzustehen und die eigenen Stärken und Talente in der Welt zu behaupten wird irgendwann, irgendwo und irgendwie weh tun… Doch es wird niemals so an dir nagen wie die Tatsache, tagtäglich eine Realität leben zu müssen, die wir uns nicht für uns selbst gewünscht haben.
Um das Leben und Business kreieren zu können, das du wirklich liebst, solltest du folgendes tun:

Sei mit deinen Wünschen präzise

Deine Intention ist absolut entscheidend. Je nachdem, welche Einstellung du den Dingen gegenüber hast, werden sie dir die entsprechende Seite offenbaren. Will sagen, je präziser du in deiner Vorstellung und du dir im Klaren darüber bist, was du konkret möchtest, desto besser. Sag nicht einfach „Ich möchte einen Job der mich erfüllt.“ Denn das kann alles sein, und nichts. Stattdessen überlege dir, was du inhaltlich arbeiten möchtest und unter welchen Umständen du deine beste Arbeit ablieferst.
Anstatt zu sagen „Ich möchte in einer Partnerschaft leben, die mich erfüllt,“ frage dich, was Erfüllung konkret für dich bedeutet. Hinter jedem Wunsch steht ein tieferes Warum, meistens kennst du die simplen Antworten auch. Wenn du dich diesen anvertraust, kannst du schneller und konkreter kreieren, was du willst.

Freunde dich mit den unangenehmen Seiten an

Den großen Dingen und Ideen zu folgen, die dir dein Inneres aufzeigt, kann beängstigend sein. Ich weiß. Allein Ideen oder Ziele anzuerkennen, damit zu spielen und es dann tatsächlich zu tun ist mehr als herausfordernd und aufregend.
Wenn wir dem folgen, was wir wollen, sind wir davor beschüzt, uns mit weniger zufrieden zu geben, einen schlechten Kompromiss nach dem anderen zu machen, und deswegen unzufrieden, ausgepowert und möglicherweise sarkastisch zu werden. Das wirklich zu wollen was wir wollen, bringt Klarheit und Vision mit sich. Dies macht es viel einfacher!

Lasse die Angst dich leiten, nicht dich klein machen

Angst sollte niemals ein Grund dafür sein, aufzuhören. Sie ist ein guter Kompass, es sei denn, du spürst tief in deinen Knochen, dass etwas nicht gut für dich ist.
Inzwischen betrachte ich Angst als Anzeichen dafür, mich dorthin zu bringen, was ich als nächstes am meisten brauche. Ich wachse und entwickle mich weiter, wenn ich meine Grenzen überschreite, wenn ich neue Wege des Denkens und Handelns entwickele, ausprobiere und spiele… Sicherlich kann ich hinfallen, aber ich kann ja auch wieder aufstehen 😉
Mit Verletzlichkeit kommt die Angst, je mehr wir uns mit ihr auseinandersetzen, desto belastungsfähiger werden wir und desto schneller manifestieren wir unsere Träume, Ziele und Wünsche.
In den nächsten beiden Wochen werde ich mein Workbook zum Thema Angst veröffentlichen, mit dem du deine Ängste mit Hilfe eines simplen Step-by-Step-Prozess‘ überwindest. Alles kostenlos, also stay tuend 😉

Höre auf Kompromisse zu machen, die dir nicht gut tun

So wichtig und so übersehen! Wir machen zu gerne Kompromisse um andere und uns selbst zu beruhigen. Auf Dauer werden sich allerdings diese vielen kleinen wehrhaften Halbsätze und Gedanken in deinem Kopf wehren.
Wirf einen Blick auf all die unangenehmen Kompromisse in deinem Leben und sei ehrlich zu dir selbst: Was willst du wirklich von ganzem Herzen? Was sind die Dinge, an denen du arbeitest, nur weil du glaubst, dass du „solltest“?

Richte deine Zeit, deine Aufmerksamkeit und deine Energie auf die Dinge, die du wirklich willst. Das wird ein neues Set von Angst und unangnehmen Gefühlen mit sich bringen, doch je länger du an Dingen festhältst die du nicht willst, desto länger verwehrst du dir die Erfahrung, erfüllt zu sein, Freude zu haben und kleine Wunder zu erleben.

Also, willst du wirklich die Dinge, die du willst?
Betrachte zuerst deine Ziele, auf die du zuarbeitest und werde dir darüber klar, was du dir jetzt tatsächlich für dein Leben wünschst. Sei ehrlich dabei, setz dir selbst ein Statement. Aber keine halben Sachen, keine faulen Kompromisse, kein Aufschieben oder vielleicht-mal-sehen… Schreib mir gerne deine Erklärung an dich selbst, ich freue mich von dir zu hören 🙂

8 Kommentare

  1. Eos

    Ohja, tolle Tipps! Vielen Dank fürs teilen.
    Es ist wirklich sehr wichtig zu wissen was wir wirklich wollen, um es bekommen zu können.
    Wünsche dir einen guten Start in die Woche
    Eos

    Antworten
  2. Bettina Mersmann

    Danke Anja..wieder ein großartiger blog.
    Du triffst genau das Innerste und hast sooo Recht!
    Ich arbeite daran!
    Lieben Gruß
    Bettina

    Antworten
    • Anja

      Danke, liebe Bettina!

      Antworten
  3. Christina

    Schöner Artikel! 🙂
    Als ich mal kurz vor einer wichtigen Präsentation so richtig aufgeregt war, sagte jemand zu mir:
    „Wenn Du so richtig Angst hast, also so sehr, dass Du das Gefühl hast, Du machst Dir quasi gleich in die Hose, ist das kein Zeichen dafür, dass Du nicht gut genug bist oder falsch liegst, es ist vielmehr ein Zeichen dafür, dass Dir etwas wirklich, wirklich wichtig ist!“
    Ich habe festgestellt, dass das stimmt und seitdem sehe ich diese Art von Angst als ein wichtiges Zeichen, auf dem für mich richtigen Weg zu sein.
    Liebe Grüße
    Christina

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    • Anja

      Vielleicht würden wir auch ohne diese Ängste niemals über uns hinaus wachsen. Vielleicht ist sie notwendiges Übel, um sich überhaupt zu bewegen… Liebe Grüße und Danke für deinen Kommentar, Christina!

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  4. Andrea Giesler

    Toller Artikel! Ich habe mal einen Artikel zu folgendem Thema geschrieben: Wie wird es Dir in 20 Jahren gehen, wenn Du das was Du eigentlich tun möchtest NICHT getan hast. Die Reaktionen drauf waren unglaublich und sehr emotional. Die meisten von uns möchten so viel tun, trauen sich aber nicht. Und irgendwann sitzen wir da und bedauern die Dinge, die wir nicht getan haben… Liebe Grüße, Andrea

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    • Anja

      Liebe Andrea, da sprichst du mir direkt aus dem Herzen! Alles Liebe!

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  5. Sandra Heim

    Danke, Anja, tolle Tipps wiedermal! Mir fällt dazu noch das berühmte Zitat von Hermann Hesse ein: „Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft zu leben“… Oder „Spring und das Netz wird sich auftun.“ So viele Wunder können erst geschehen, wenn wir unsere Träume anpacken. Du bist ein schönes Vorbild 🙂

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