Packt dich quälende Ungeduld, wenn es mit deinem Projekt oder deiner Idee nicht voran geht?
Bist du müde, deine Vision immer wieder erklären zu müssen? Die Ergebnisse der Zusammenarbeit sind nicht das, was du dir vorgestellt hast – nun bist du demotiviert?

Das Hinarbeiten auf ein Ziel kann vom süßen Traum zum bittersüßen Albtraum werden.

„Geduld ist die Mutter der Porzellankiste“ hat meine Oma immer zu mir gesagt.
Vor allem, wenn ich über die Arbeit in der Agentur nörgelte. Die Projekte zogen sich hin, ich kam mit meinen Aufgaben nicht weiter. Es wurde diskutiert, inhaltlich geändert, gelästert und besser gewusst. Jede Form von Lebendigkeit und Enthusiasmus – die gute Ideen gewöhnlich auslösen – wurden täglich ein bisschen mehr abgetötet. Zuerst verlor ich den Spaß, und dann die Lust.
Viele Köche verderben den Brei.
Manchmal reicht aber auch schon einer.

Das weiß ich genau, denn ich bin selbst einer dieser Köche (gewesen).
Vergangenes Jahr brütete ich über der Frage, was ich beruflich (erschaffen) will. Vor allem, wie es mir gelingen sollte, meine Fähigkeiten und vielen Leidenschaften zu bündeln. Meine Vision, Botschaft und Gefühle, die damit verbunden sind, ins Außen zu bringen… Und zwar so, dass mein Potenzial von Nutzen für andere ist.
Was für eine Heraus-Forderung! Ich war engagiert dabei, hatte aber wieder das Gefühl, nicht vorwärts zu kommen. Nun war ich zwar die Agentur los, nicht aber das Problem als solches. Es kam lediglich in einem anderen Gewand daher:

Wenn ein Projekt etwas ganz persönliches für dich ist und dir am Herzen liegt, bist du hochmotiviert. Du bringst deine Leidenschaft und deine Emotionen ein. Du hast eine Vision. Du hast konkrete Vorstellungen. Und du hast eine noch viel konkretere Erwartungshaltung.

Von dir selbst.
Ich sag nur, Perfektionismus lässt grüßen…
Von den anderen.
Vom Ergebnis.

Genau hier liegt das Problem. Wenn deine Haltung keine anderen Möglichkeiten gelten lässt und du nur deiner festen Vorstellung folgst, vergiftest du deine Arbeit.
Eine Erwartungshaltung zu haben ist gut, ohne sie gäbe es keine Richtung und keine Orientierung. Ohne die Begrenzung durch Richtlinien könnten wir nichts manifestieren und ins Leben bringen, da einfach kein Raum und keine Form dafür da wären.
Doch wenn du bereits von Anfang an nur perfekte Ergebnisse gelten lässt, schürst du Ungeduld und Unzufriedenheit, Zweifel und Lustlosigkeit. Du gibst negative Energie in den Prozess, anstatt die noch anfänglich vorhandene Freude, den Enthusiasmus und die Fähigkeit zum Spielerischen, weiter zu kultivieren.
Hast du jemals ein Projekt genauso realisiert, wie theoretisch vorgesehen?
Ist jemals wirklich etwas komplett und 100% nach Plan verlaufen?

In allem steckt ein eigener Spirit. Alles hat seine eigene Energie und Dynamik.

In jeder Idee, jedem Projekt, in jedem Business, in dir selbst & deinen Kollegen…
Alles entfaltet sich innerhalb des Prozesses von selbst.
So ist es in der Natur. So ist es in der Arbeitswelt.
Wir sind ein Teil des großen Ganzen – Warum sollte es mit uns selbst und unseren Projekten also anders sein… ?!

Wenn du nur an deiner Erwartung festhältst und den Weg, so wie er sich entfaltet, nicht gehen willst, hat das eine ganze Menge mit dir selbst zu tun.
Ungeduld fokussiert auf die Zukunft. Sie entfernt dich von dir selbst und dem Moment.
Dann bist du nicht in der Lage, die Dinge so anzunehmen, wie sie sind. Besinne dich auf Kinder, sie spielen um zu entdecken. Wir aber haben mit dem Erwachsenwerden verlernt, zu spielen. Das heißt, die Dinge auch mal anders zu tun, als vorgesehen.
Ungeduld nagt am Vertrauen in dich selbst, in deine Fähigkeiten und die der anderen.
Wenn du wirklich an dich selbst und das was du kannst glaubst, weißt du tief im Inneren, dass alles nur zu deinem Besten geschieht. Es handelt sich um deine ganz persönliche Lernkurve; betrachte die Dinge mit offenem Herzen und Liebe, dann kann Vertrauen entstehen.
Ungeduld basiert auf geringer Wertschätzung dir selbst und anderen gegenüber.
Frage dich, was genau es ist, dass dich unzufrieden macht und frage dich auch, ob du dir selbst gegenüber genug Selbstliebe und Wert-Schätzung entgegen bringst.

Damit wären wir dann auch wieder beim Vertrauen… Nun rührte ich ja selbst noch kräftig in meinem eigenen Brei.
An meinem letzten Abend in Indien saß ich an einem der dreckigen Strände des Südens. Ich hatte eine atemberaubend schöne und aufregende Zeit hinter mir. Die letzten Puzzleteile meiner Idee für dieses Business fielen endlich an die richtige Stelle. Meine Vision war nun nicht mehr nur ein Bild, sie hatte sich endlich mit Leben gefüllt.
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Ich konnte sie fühlen, mit ihr das Feuer in meinen Adern und die Erleichterung. – Und zack – Anstatt es zu genießen, war ich auch schon war ich in Gedanken bei meinem Projektplan, Terminen, Aufgaben, Listen et cetera…
Mein Intellekt hatte große Freude daran, sich in Erinnerung zu bringen. Druck machte sich breit, 1000 Fragen schwirrten durch meinen Kopf. Ich rief innerliche Stoßgebete aus, dass das doch endlich mal ein Ende haben könnte. Dann zog der Wind auf und jede Menge Müll flog mir um die Ohren. Ein zerknüllter und feuchter Zettel blieb an meinem Schienbein kleben, ich griff danach und faltete ihn auf:

„Don’t judge each day by the harvest you reap but by the seeds that you plant.“

Stand drauf. Für mich ist klar, dass das kein Zufall war, sondern ein gut gemeinter Rat. Seither hängt der Zettel neben meinem Schreibtisch. Seither entfaltet sich jeden Tag ein (kleines) Wunder. Seither habe ich noch nie zuvor mit soviel Leichtigkeit und Spielerei gearbeitet und Geld verdient, wie jetzt!
Drum hab Vertrauen in dich, in deine Fähigkeiten und in die Natur. Sei im Hier und Jetzt. Jeder Moment oder auch jeder Nachbar könnte dich etwas lehren und dich weiterbringen – du musst wirklich nur offen dafür sein.
Wie gehst du mit der Ungeduld um, besonders wenn dir etwas sehr wichtig ist?
Welche Erfahrung hast du bei der Erarbeitung von Herzens-Projekten gemacht?

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Bleib im Spiel und alles Liebe!

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