Endlich habe ich einen mächtigen inneren Dämon zur Strecke gebracht:
Die Angst, sichtbar zu sein.

Einerseits habe ich immer schon dafür gebrannt zu hinterfragen, zu verändern, andere Wege als die gewohnten zu gehen, und andererseits gab es auch immer schon einen Teil in mir, der dies verhindern wollte. Es war, als würde eine Anja das Gaspedal mit voller Kraft durchtreten und eine andere Anja gleichzeitig die Handbremse anziehen.

Man kommt dann regelmäßig ins Schleudern. Oder tanzt einen Eiertanz. Ein Phänomen, welches wir alle irgendwie kennen.

Als ich begann, meiner Intuition zu folgen und meine Aufgabe als Seele zu leben fing es an: Jahrelang habe ich Bilder von Frauen auf brennenden Feuern gesehen, habe die Dramatik dieser Szenen gespürt, hatte jedes Mal Angstattacken, wenn ich auf „Text veröffentlichen“ auf meinem Blog geklickt habe, oder ein flaues Gefühl im Bauch, wenn ich mir was angezogen habe, wo man mal was weibliches sehen konnte. Manchmal war ich wie gelähmt.

Bilder und Emotionen, Erinnerungen, die tief aus meiner Seele kamen.

Und sie hüllten mich in eine Angst. Davor, gesehen zu werden. Generell als die, die ich wahrlich bin, sichtbar zu sein.

Damit bin ich nicht allein.

Ich behaupte, jeder von uns, wir alle, haben Angst davor, gesehen zu werden. Der eine mehr, der andere weniger. Dem einen ist es mehr bewusst, dem anderen weniger. Doch es ist eine kollektive Angst, die hier wirkt.

Es gibt den Aspekt, sich um Himmels willen besser nicht als spirituell zu outen. Das weiß ich, weil mir viele Leute erzählen, dass sie meinen Blog oder Beiträge im Social Media lesen, aber nicht auf „Gefällt mir“ klicken können. Aus Angst davor, was die Arbeitskollegen oder besonders der Chef dazu meint. Ich verstehe das!

Es gibt den Aspekt, sich lieber nicht mit den eigenen Emotionen und Gefühlen auseinanderzusetzen. Was dahinter steht ist die Angst vor der eigenen, ganz persönlichen Wahrheit, die nun jede Seele, jeder Mensch, jedoch mitbringt.

Es gibt den Aspekt, sich als Heiler beruflich nicht so in Szene zu setzen und wenn doch, subtil dafür zu sorgen, nicht wirklich gut davon leben zu können.

Wir haben so viele Dinge gemeinsam! Eins davon ist, die eigene Essenz zurückzuhalten weil wir uns davor fürchten, was andere von uns denken könnten.

 
Also bleiben wir lieber in der Gleichmäßigkeit und Gewöhnlichkeit. Weil das sicherer scheint.
Obgleich niemand in seinerm Kern gleichmäßig oder gar gewöhnlich ist!

 
Nur eins von vielen Paradoxen, die wir Menschen hier so leben.

Die Angst vor Sichtbarkeit wird oft von einer subtilen Selbstsabotage begleitet: Du willst etwas und traust dich nicht, aus beispielsweise o.g. Gründen. Doch es kostet immense Kraft, sich zu verstecken und zu verbiegen! Und wieviel Erschöpfung das produziert!

Wir alle tragen diese unbewussten Ängste und Überzeugungen in uns, weitergegeben von Generation zu Generation.

Ich erinnere mich, dass ich früh gelernt habe, nicht in den Wald zu gehen weil es gefährlich wäre. Mich nicht aufreizend zu kleiden, nur nicht den Mund aufzumachen und zu sagen, was ich denke.

Welche verrückte Auswirkungen das hat, mein Gott, jeder kann davon irgendein Lied singen!

Ich persönlich glaube, aufgrund meiner seelischen Erinnerungen, meiner Erfahrungen und Kommunikation mit der geistigen Welt, dass ein gehöriger Ursprung dieser Angst vor Sichtbarkeit auf die Zeit der Inquisition zurückgeht.

Ursprünglich waren Frauen einmal mit ihrer Weiblichkeit und damit der Natur verbunden, waren im Einklang mit den Zyklen der Natur und des Mondes und wussten, durch diese Verbindung, dass alles Werden und Vergehen Teil des Lebens ist. Schließlich wird diese Verbindung einmal im Monat in ihren Körpern abgebildet. In diesem Zyklus steckt der Zugang zu einer tiefen Kreativität und Wissen, auf welches der Verstand in seiner Limitierung nicht wirklich Zugriff hat.

 
Das Weibliche ist das Sinnbild von Kreation. Menschen in ihrer ganzen weiblichen Kraft sind die mächtigste Waffe – neben der Liebe – auf Erden.
 

Weiblichkeit in kraftvoller Wahrheit ist mystisch, begehrenswert, atemberaubend und genau deswegen wohl auch furchterregend. Mystik ist Teil des Lebens und das versteht der Verstand nicht. Er fürchtet sie. Und da wir mehr Verstand als Intuition leben, ist es so: Was der Mensch nicht versteht, das fürchtet er.

Doch im Grunde genommen gibt es nichts mehr zu befürchten. Wir werden heute nicht mehr für Spiritualität umgelegt.

Wir werden nicht mehr für die tiefe Verbindung zur Natur und seinen Mysterien verbannt und getötet.

Ganz im Gegenteil, wir müssen dorthin zurückkehren.

Alle diese Anteile und Dinge, vor allem diese irrationalen Ängste in uns sind wichtig, sind richtig! Werden sie angeschaut, eröffnen sie uns Türen und Welten, die es uns erlauben, in eine Leichtigkeit und Verbindung zu kommen.

Am Ende des Tages ist ein Chef auch nur ein emotionaler Mensch. Obgleich mir neulich erst wieder jemand erzählte, dass in einem Meeting gesagt wurde, man sei lieber „kein so emotionaler Mensch.“ Oder kürzlich hörte ich erst wieder, es sei besser, seriös zu wirken.

Also mit Verlaub gesagt: Das ist genau das, was uns lähmt, was uns krank macht, was uns allein sein macht! Emotionen hat jeder, man kann nicht nicht emotional sein. Wenn doch, ist man tot.

Es ist okay, spirituell, esoterisch oder sonst was zu sein.

Es ist okay, etwas zu wollen und gleichzeitig Angst davor zu haben.

Es ist okay, sich verletzlich zu zeigen.

Verletzlichkeit ist die Basis für Gefühle.

Es ist okay, sich zu zeigen, gesehen zu werden, in der eigenen ganzen gesamten Verrücktheit.

Es ist okay, denn wir alle, jede/r, fährt seinen eigenen Film. Sitzt in seinem eigenen Kino!
 
Sollte mein Dämon zurückkehren, werde ich meine wichtigsten Waffen zücken:

Milde mit mir selbst, keine Performance ever anymore, Wahrheit, Liebe und Vertrauen.

Wir, ihr Lieben, die wissen, dass sie gemeint sind, haben nichts zu verlieren.
Wir haben nur zu gewinnen. ♡

PS: Falls dich auch die Angst vor Sichtbarkeit oder gar eine andere Angst plagt, helfe ich dir gern in einem Reading oder anders. Ich freue mich, von dir zu hören und bin gespannt auf deine Gedanken in den Kommentaren. Danke!