In unserer (spirituellen) Suche nach dem was uns glücklich macht wird uns oft weis gemacht, dass wir uns weiterentwickeln und noch dieses und jenes von Grund auf lernen müssten. Wir glauben das dann natürlich auch oft. Leider.
Es ist ein bisschen so wie mit dem Unkraut.
Es gibt kein Un-Kraut, denn an sich sind es ja Pflanzen. Wir bezeichnen sie nur so weil sie dort wachsen, wo wir sie nicht haben wollen. Oder meinen, sie nicht zu brauchen.
Mit einem offenen und freien Blick ist jedes dieser Gewächse an und für sich schön und hat seine Daseinsberechtigung. In der Natur ist schließlich nichts umsonst entstanden.
So ist es auch mit unseren Talenten und dem, was wir als „Life purpose“ bezeichen. Unsere Aufgabe hier im Leben. Warum wir eigentlich hier sind. Unser individueller Auftrag, wenn man so will.
Wir glauben, wir hätten keine besonderen Talente, Fähigkeiten und Besonderheiten, weil wir alles was wir sind, kategorisieren und unserer Erwartungshaltung unterziehen.
Weil wir vergleichen.
Unkraut gibt es nicht im Blumenladen. Daher meinen wir, dieses Unkraut sei nicht schön genug um frei wachsen, „wuchern“, zu dürfen.
So ist es auch mit unseren individuellen Fähigkeiten.
Was, wenn ich dich frage, ob denn nicht schon alles da ist?
Was wenn ich dich frage, ob du dein Talent nur verkennst weil es dir so leicht fällt, dass du glaubst es sei „nichts“.

Wir Menschen sehen viel, wir erkennen jedoch nicht.

Wenn wir Menschen doch nur erkennen würden, was uns ausmacht und das in die Welt tragen würden… Mein Gott, wir hätten keine Kriege mehr. Im Kleinen und im Großen.
Versuche dich doch mal als jemand Fremden zu betrachten. Lerne dich neu kennen:
Gehe durch deine Wohung und frage dich, wer da eigentlich wohnt. Welche Bücher liest diese Person? Was findest du im Kühlschrank? Wo zieht es die Person immer wieder hin?
Als ich noch in der Werbeagentur angestellt war, habe ich am Wochenende und abends Business Administrations/Marketing studiert. In jeder freien Minute war mein Geist allerdings dabei, Menschen zu studieren. Ich verschlang Berge an Büchern aus dem Coaching-Bereich, Yoga und Traditioneller chinesischer Medizin, Schamanismus etc. Nichtsdestotrotz habe ich mir immer wieder vorgebetet, dass ich ja „nicht so eine Esoterische“ sei.
Noch heute könnte ich über mich lachen. Natürlich nur jetzt im Nachinein. Denn wenn man auf der Suche ist, ist das alles weniger lustig, ich weiß.
Also daher mein kleiner Appell:
Geh‘ davon aus, dass alles schon da ist. Es ist nicht so, dass du dir noch etwas überstülpen musst. Es ist eher so, dass du Dinge wegfallen lassen solltest: Ansichten, Selbstkonzepte, Erwartungshaltungen, Meinungen. Deine eigenen und die der anderen.
Ich weiß, dass du eigentlich weißt, dass in deinen Interessen, und seien sie auch noch so klein, ein Samen entspringt, der dich zu einer wunderbaren Pflanze innerhalb eines üppigen Gartens heranwachsen lassen wird. Wenn du dich selbst lässt.
Von Herzen,

Unterschrift

4 Kommentare

  1. Sylvie

    Liebe Anja!
    Dein Artikel kommt wie gerufen zu mir. Danke, für dieses Geschenk. Es sind genau diese Gedanken, die mich seit ein paar Tagen ereilen und mich in meiner Intuition nun noch mehr bestärken. Wenn man Botschaften erbittet, erhält man sie. Nichts muss man suchen. Alles was in dem Moment wichtig ist, erscheint. Alles findet sich von selbst. Ich erkenne, dass ich alles in mir habe. Danke!

    Antworten
    • Anja

      Wie schön, Sylvie. 🙂 So wahr… Alles Liebe <3

      Antworten
  2. Nicole

    Hallo!
    Ich hatte genau denselben Gedanken wie Sylvie. Zeitweise erschlagen sich meine Gedanken, gerade auch was meinen Job angeht. Meine Elternzeit endet bald und ich möchte nicht in den alten Job zurück, aber es ist schwierig etwas neues zu finden, wenn man weiß, was man will, aber die Jobangebote nicht so recht dazu passen. Und dann frage ich mich ab und zu, ob es vllt. doch Sinn macht, mich neu auszubilden. Doch tief in mir weiß ich, dass das (noch) nicht nötig ist, weil ich ja weiß, was ich kann und will . Ich weiß, dass alles da ist und genau zum richtigen Zeitpunkt zusammentrifft, doch das Vertrauen fällt noch schwer. Dein Artikel hat mich jedoch darin inspiriert, trotzdem weiter bei mir zu bleiben und darauf zu vertrauen, dass sich alles pünktlich zeigt und fügt.
    Liebe Grüße

    Antworten
    • Anja

      Hallo Nicole!
      Schön, wieder von dir zu hören. Ich schreibe dir eine Email. 🙂

      Antworten

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.