Soll ich oder soll ich nicht? Entscheidungen zu treffen ist nicht immer einfach. Selbst wenn die Qual der Wahl ein Ende hat, hinter seinem Entschluss zu stehen und dabei zu bleiben kann eine riesige Herausforderung sein.
Erst Recht, wenn du ein Scanner bist und eigentlich nichts aussen vor lassen kannst, oder willst.
Was ist denn nur die richtige Entscheidung? Wie kann ich mir ihrer sicher sein, ohne sie hinterher zu bereuen?
Bei einigen Entscheidungen in meinem Leben wusste ich ganz sicher, was das Beste für mich ist. Zum Beispiel, als ich meine Anstellung in einer Werbeagentur kündigte. Von außen betrachtet sah alles wunderbar aus:
Ich hatte einen festen Job, verdiente nicht schlecht und Überstunden waren selten. Doch die Karriereleiter entpuppte sich schnell als mein persönliches Hamsterrad. Je schneller ich trat, desto mehr kam ich in den inneren Leerlauf. Mir fehlte der tiefere Sinn in dem, was ich tat.
Eines Montagmorgens machte es „Klick“ im Meeting und meine innere Stimme sagte so etwas wie: „Höre auf, dich zu verbiegen. Du kündigst, und zwar jetzt sofort!“
Gesagt. Getan. – Naja. So ungefähr. Einige Tage hatte es schon gedauert, mich wirklich dazu durchzuringen. –

Wir alle erleben sie, diese Momente der Klarheit, wenn du dir ganz sicher bist, was zu tun ist. Dann nämlich bist mit deiner Intuition und deinem Herzen verbunden, dein essentielles Selbst spricht zu dir.

Oftmals sind es ganz banale und einfache Wahrheiten, wie zum Beispiel „Dieser Job füllt dich nicht aus,“ oder „Diese Freundschaft tut dir nicht gut,“ oder auch „Er/Sie ist nicht der/die Richtige für dich.“
Wenn du diesen Mini-Wahrheiten folgst, tragen sie dazu bei, dass du dich zur nächsten „besseren“ Version deines Selbst weiter entwickelst:
Solche Entscheidungen fordern dich im ersten Moment so richtig heraus! Handelst du dennoch nach ihnen, werden die Dinge leichter und du kriegst einen Lauf. Türen fliegen auf. Dort, wo vorher Barrieren waren, ebenen sich dir freie Wege.
Doch wäre es ja zu leicht und zu schön, wenn da nicht die Angst in den Weg springen würde! Mit ihr die Zweifel und die Sorgen und alle möglichen Gründe, sich für die andere Richtung zu entscheiden.
Das ist das gesellschaftliche Selbst. Es will nach Möglichkeit nicht anecken und auch nichts ändern. Es gibt auch die Begriffe Ego oder Intellekt dazu. Vermischt wird hier gerne, aber gemeint ist das gleiche.
Es das Beste, den Stimmen deines gesellschaftlichen Selbst nicht so viel Aufmerksamkeit zu schenken – beziehungsweise, sich ihrer bewusst zu werden!
Das gesellschaftliche Selbst kommt gerne mit Ratschlägen und Bedenken daher: „Du musst doch…“, „Das kann doch nicht alles umsonst gewesen sein…“ oder auch „Warum soll gerade dir ____________________ gelingen? Die Welt hat nun wirklich nicht auf dich und _______________ gewartet. Stell dir das alles nicht so einfach vor…“
So, der so ähnlich, hört sich das an. Und genau dann ist manchmal unmöglich, überhaupt eine Entscheidung zu treffen.

Wenn du dir nicht sicher bist, welcher der vielen Stimmen in deinem Kopf du vertrauen kannst, dann probiere mal folgenden Trick – lass deinen Körper dir helfen:

1. Mach’s dir bequem und halte ruhig Notizzettel und Stift bereit. Denke an eine Situation in deinem Leben, in der du vor der Wahl standest und mit deiner Entscheidung im Nachhinein unzufrieden warst.
Vielleicht war es ein Job oder eine Person, die dir Unbehagen bereitet haben. Vielleicht auch eine Situation, in der du dich fehl am Platz gefühlt hast.
Wie fühlt sich das jetzt an?
Wo fühlt sich dein Körper eng, angespannt oder blockiert an?
Welche Argumente bringt dein Kopf an?
Was diskutiert der Kopf? Wie fühlt er sich an? Ist es ein Gefühl der Weite, oder eher der Enge und Anspannung?

Okay – Pause. Atme durch und weiter geht’s:
2. Denke an eine Situation in deinem Leben, in der du glücklich warst, berührt vom Leben, oder in der du eben einfach wusstest, was die richtige Richtung für dich ist.
Wie hast du dich gefühlt?
Vielleicht hast du die Zusage zu einem Traum-Projekt erhalten, hast deinen Seelenverwandten oder eine sehr inspirierende Person getroffen, bist umgezogen oder auf Entdeckungsreise gegangen…
Wie reagiert dein Körper jetzt? Welche Stellen fühlen sich entspannt an und haben eine gewisse Weite?
Was spürst du in deinem Herzen und wie fühlt sich dein Brustkorb an? Eng und dicht oder groß und erfüllt?

Unser Körper ist das Barometer deines Wohlbefindens. Wenn du mit deinem essentiellen Selbst verbunden bist, fühlst du dich weit, offener und größer – wohingegen das intellektuelle und gesellschaftliche Ich Gefühle der Enge und Angst kreiert.

Jede Entscheidung ist eine Rangelei zwischen diesen beiden Anteilen. Folgst du deinem Kopf und dem Intellekt muss das nichts schlimmes oder gar falsch per sé sein.
Du kannst dir aber sicher sein, dass es nicht lange dauert, bis dich die Stimme deines Herzens zu einem neuen Entscheidungs-Versuch herausfordern wird.

3. Um nun zur richtigen Entscheidung zu gelangen, nimm dir deine Möglichkeiten vor und fühle wieder in dich hinein:
Was ist erste Möglichkeit? Wie fühlt sich dein Körper dabei an?
Zum Beispiel hätte ich in dem Job bleiben können. Bei dieser Vorstellung fühlt sich mein Kopf sehr schwer an, fast schon wie Kopfschmerz. Ich bekomme schlechter Luft und fühle mich richtig urlaubsreif, erschöpft und irgendwie leer eben.

Was ist die zweite Möglichkeit? Was spürst du?
Die Idee damals war, um eine Reduzierung der Arbeitsstunden zu bitten. Das fühlte sich viel besser an, doch die Enge und das Getrieben-Sein blieben.
Hast du eine dritte Möglichkeit? Wie fühlt sich diese an?
Auch wenn ich Angst wegen der Kündigung fühlte und das Unbehagen der Unsicherheit, die damit einher gehen würden, spüre ich innere Aufregung und Kribbeln im Körper. Es geht etwas in mir auf und freut sich. Die Angst, die ich habe ist weniger schlimm, als die Gewissheit alles andere aushalten und täglich meine damalige Arbeit immer wieder erleben zu müssen.

Wann immer du dich nicht entscheiden kannst aber musst, nutze deine Vorstellungskraft und fühle in dich hinein. Was macht die eine Möglichkeit mit dir? Und was die andere?

Wenn du die Qual der Wahl hast, nutze deinen Körper als Barometer und entscheide im Zweifel für den Angeklagten: Für das Gefühl und die Möglichkeit, die vielleicht Angst mit sich bringt aber dennoch die größere Erleichterung, die Aufregung, Weite und Raum für Neues in dir entstehen lässt.
Wie fühlen sich die einzelnen Wahlmöglichkeiten nun für dich an? Welche Angst und welche Sorgen sind größer als die der anderen Wahlmöglichkeiten?
Nimm dir Zeit für Entscheidungen und vertrau deinen Gefühlen. Sie können dich nicht übers Ohr hauen, der Intellekt/Ego/das gesellschaftliche Selbst allerdings schon. 😉
Vor welchen schwierigen Entscheidungen stehst du gerade? Was tust DU, wenn du nicht weißt wofür du dich entscheiden sollst? Wie hat diese Übung auf dich gewirkt?
Schreib mir doch im Kommentar. Ich freue mich darauf, von dir zu lesen!

Alles Liebe & Namaste

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