Veränderungen entstehen in uns und finden dann im Außen statt. Oder sie passieren im Außen und wir müssen dann im Inneren nachziehen. Egal ob so oder so: In beiden Fällen sind wir aufgerufen, uns neu zu positionieren. Doch was tun, wenn man nicht so genau weiß, was man eigentlich so ganz konkret möchte?!
Ich weiß nicht, wie es dir gerade geht aber mein Gefühl sagt, dass wir momentan intensive und bewegende Zeiten durchmachen. Klarheit, Positionierung und Identitätenwechsel stehen an. Das Alte verabschiedet sich gerade oder ist längst weg. Das Neue ist auf dem Weg, aber noch nicht ganz da.
Da ist diese Lücke, ein leerer Raum. Das kann nervös machen, muss aber nicht… Zumindest macht dieser Zustand etwas, und das auch mit mir.
Im Moment bin ich auf Bali. Vor einigen Tagen habe ich Anja Schütz getroffen, die auf Follow Your Joy über lebensverändernde Maßnahmen 😉 und Spiritualität bloggt. Aus Anja sprudeln gerade neue interessante Businessideen nur so heraus und in meinem inneren Auge kann ich sie in ihrer zukünftigen Rolle und Vision absolut sehen.
Normalerweise visualisiere ich meine Wunsch-Zukunft so oft wie möglich. Denn damit bringe ich mein Körper-Geist-System in Einklang und ich erreiche, das der eine Anteil in mir den jeweils anderen unterstützt. Meine Gefühle, mein Mind-Set und meine Energie müssen schließlich zu meiner Vision passen und sie unterstützen, sonst bleibt es nur beim wünschen und träumen.
Wie sieht deine Zukunft aus?
Doch als Anja mich fragte, wohin ich noch reisen möchte und wie die Vision für mein Business aussehen würde, konnte ich keine klaren Bilder fassen. Meine innere Leinwand bleib Weiß. Mir fiel nichts konkretes ein, das ich wirklich noch will. Nichts, was mich erhebt und mein inneres Feuer entzündet.
Lediglich meine Motivation und die Liebe für meine Arbeit und meine Klienten kamen in mir auf. Sie alle sind Heldinnen und Helden für mich, nach jeder Session bade ich in euphorischen Gefühlen. „Mein neuer Lebensstil heißt „Ein paar Monate Deutschland, der Rest des Jahres Ausland.“ war das einzige, was ich Anja antworten konnte.
In mir tauchten viele Bilder und Eindrücke auf, Gedankenfetzen und zahlreiche Ideen. Eine konkrete Vorstellung von mir – ich selbst in einigen Monaten – konnte ich aber nicht entwickeln und das war neu.

Das Universum, Spirit, das Leben – es manifestiert durch deine Gedanken und Intentionen gemeinsam mit dir.
Du solltest ihm allerdings sagen, was du willst.

Sonst kommt alles mögliche in dein Leben aber nicht unbedingt das, was du willst oder dir gedacht hast.
Unser Bewusstsein füllt Räume, die nicht mit Intention versehen sind, mit dem Rest unserer Gedanken. Da diese oft unbewusst sind, z.B. aus Beurteilungen und Selbstbildern bestehen, die uns nicht nach vorne bringen sondern zurückhalten, schenken wir uns manchmal das ein, was wir eigentlich auf keinen Fall wollten. (Da dreht man sich dann auch schon mal im Kreis oder macht drei Schritte vor und fünf zurück.)
Um also nicht irgendwas zu manifestieren, wollte ich herausfinden, wie ich mein Lebensstil konkret aussehen soll.
Was aber tun, wenn du nicht wirklich weißt, was du willst?
Nachdem ich alle meine Reisefotos durchgeblickt hatte, ins Leere gestarrt und mir ein Zeichen vom Universum gewünscht hatte, kam direkt eins: Mein Telefon klingelte. Mein balinesischer Freund Nyoman sagte, wir wären zum Priester geladen. Jetzt.
Bevor ich darüber nachdenken konnte warum und überhaupt, war ich auch schon da. Vier Stunden dauerte dieser eindrucksvolle Aufenthalt, von denen ich zwei nur da saß und zuhörte, da ich wegen der Sprachbarriere nichts verstand. Noch immer hallten die Fragen „Wer bin ich? Wer will ich sein? Was heißt das für mein Business?“ durch meinen Kopf. Die Szenerie konnte und wollte ich nicht verlassen, also ergab ich mich der Situation und saß. So da. Ohne Smartphone. Keine Ablenkung. Nichts zu tun. Nur. Warten.
Da dämmerte es mir endlich, na klar!

Was für ein eindrucksvolles Zeichen!
Das war mein nächster Schritt. Denn was ich wirklich brauchte war einfach mal eine Pause!
Seit Monaten bin ich unterwegs. Zuerst in Australien und jetzt auf Bali. So viele Erlebnisse, Eindrücke und Erfahrungen habe ich zu verarbeiten. So vieles möchte verstaut, geordnet und betrachtet werden. So vieles von mir fällt weg, was nicht wirklich zu mir gehört. Formt und verändert mich (wie man auf meiner neuen Über-Mich-Seite lesen kann :)). Kein Wunder, dass ich nicht 1000% und ganz konkret weiß, was ich will.
Es ist so offensichtlich: Wenn du dich den Veränderungen deines Lebens gestellt hast, du intensiv an dir selbst, an einem Projekt oder an einer Beziehung gearbeitet hast, kannst du nicht sofort wieder 24/7 erschaffen, gestalten und produzieren! Und vor allem kannst du nicht: wichtige Entscheidungen über deine Arbeit und dich selbst treffen.

Leere macht oft Angst, denn sie gibt keinen Halt.
Doch genau darin liegt die Chance.

Jeder Weg formt. Das passiert im Alltag meistens so nebenbei. Auf einer Reise wird es uns nur bewusster weil wir mit einer anderen Wahrnehmung leben.
Letztlich werden wir immer gehäutet und geschält (so wie die Zwiebel). Wir lernen und wachsen aus alten Rollen und Identitäten heraus. Und plötzlich fühlen sich unser Selbstbild, Freundschaften, Beziehungen, unsere Arbeit zu klein an. Wie ein Paar Schuhe, die nicht mehr passen und mit denen der neue Weg nicht gegangen werden kann.
Falls du in einer inneren Leere schwebst und die Veränderung in dir spürst, lass es laufen. Das Planen oder entwerfen einer neuen Identität produziert in einem solchen Zustand nichts Gutes. Nur noch mehr To-Do’s.
Jeder Plan, den du mit dem Kopf voran (und ohne das Herz zu fragen) entwirfst, wird sich sowieso zerschlagen. Stattdessen solltest du versuchen, dich in diese Leere zu entspannen und dem Prozess zu vertrauen. Ich wiederhole mich ja oft aber es ist eben so wahr: Das Leben aus der Mitte deines Herzens wird sich für dich entfalten. Egal, was du auch möchtest. Das Herz kennt den Weg und die Antwort auf deinen nächsten Schritt. Vertraue. Warte ab.

Falls du nicht weißt, was dich antreibt: Mache eine Pause.

Denkst du tagein und tagaus nur darüber nach, was du planen und produzieren, dich positionieren und aufstellen sollst?
Rein chemisch gesehen bringt und das in Dysbalance. Die Synapsen stehen unter Dauerbeschuss. Sie feuern was das Zeug hält. Das Hirn brennt bis der Kopf qualmt. Was er braucht ist ein dringender Cool Down!
Im Yoga gibt es am Ende einer Praxis das Savasana. Man liegt auf dem Rücken. Es gibt nichts aktives zu tun, außer die Aufmerksamkeit beim Körper zu lassen. In Savasana-Zeit darf der Körper die Energie, die er während der Stunde produziert und verändert hat, ins System integrieren. Dysbalancen werden so ausgeglichen. Aus der Leere kann neuer Raum entstehen.

Wenn du also ganz ehrlich zu dir selbst bist – Wie fühlst du dich? Erschöpft? Müde? Leer?

Klapp das Laptop zu und gehe spazieren. Die Welt wird sich trotzdem weiter drehen. Setz dich in die Frühlingssonne und mache die Augen zu. Gehe ins Kino, kauf dir Blumen für den Balkon oder Garten. Was auch immer… Mache etwas, dass deiner Seele gut tut. Wonach auch immer sie verlangt.
Ich brauchte eine Pause um meine Erlebnisse in mich einsinken zu lassen. Meine neuen Formen, Identitätenwechsel, Lebens- und Karriereveränderungen brauchen ihr Savasana.
Kreativ sein und deine Arbeit machen – besonders wenn es sehr bedeutungsvoll und erfüllend ist – ist fantastisch! Doch es sollte nicht deinen gesamten Tagesinhalt beziehungsweise dein Leben ausmachen. Mache etwas anderes in diesem leeren Raum. Die Welt wird sich nämlich weiter drehen. Lass dir nicht diktieren, was du sein sollst. Diktiere dir selbst auch nicht zuviel. Bleib weg von den Brandherden, dem „müssen“, „sollen“ und „schaffen“.
Dann werden die Ideen, Antworten und Lösungen auf deine Fragen werden kommen. Wenn der Kanal frei ist. Sie sind längst auf dem Weg zu uns!
Bist du dabei? Machst du mit in der Savasana-Zeit, dem Cool-Down-Effekt?!
Ich freue mich auf deinen Kommentar: Wie oft gönnst du dir Pausen? Fällt es dir in Zeiten, wie ich sie beschreibe, leicht eine Pause zu machen oder strengst du dich dann noch mehr an?
Alles Liebe und viel Spaß in deiner Auszeit 🙂

6 Kommentare

  1. Bettina

    Hoi Anja,
    Das, was Du schreibst, passt grad wunderbar. Vor allem, weil mein Kopf grad wieder drei Schritte weiter als mein Herz ist. Dabei dreht er sich im Moment nur darum, womit ich die Leere auffüllen kann, wenn ich hineingesprungen „sein werde“ 😉
    -was mir erst noch ansteht.
    (und ja, das lässt meine Synapsen kräftig wirbeln und rotieren.)
    Ok, tief durchatmen, und das Leben so geniessen, wie es jetzt gerade ist.
    Ich wünsche Dir eine wundervolle Zeit
    Alles Gute

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    • Anja

      Oh Mensch, Bettina – Jaaaa, genau! … dann können wir zusammen atmen und aushalten. 🙂
      GLG, ich wünsche dir eine gute und schöne Zeit!

      Antworten
  2. Carolin Nobles

    Liebe Anja, beim Lesen deines Blogs kam mir heute eine Vision. Du schreibst echt super gut, ich liebe deinen Stil. So locker und doch tiefgründig. Wäre vielleicht ein Ebook etwas für dich? Was du auf deinen Reisen erlebst gespickt mit Anreizen für uns Zuhause? Im Prinzip so Dinge wie dein Blog plus was du in Fb teilst. Als Buchform. Gern digital.
    Ich denke das könnte super gut laufen und fließt so einfach durch dich durch, zumindest den Eindruck habe ich!
    Coaches gibts viele, aber so jemand der wie du herumreist und in ganz ferne, fremde Kulturen eintaucht das ist echt einzigartig. Auch Bilder schau ich mir gerne an.
    Du schreibst, im Moment ist einfach mal das Innehalten dran – stimme ich zu, kenn ich nachvollziehen. Abstand zu den Dingen bekommen, nicht nur machen – machen – machen!
    Dennoch wollte ich diese Idee mit dir teilen! Für später vielleicht 🙂 Alles zu seiner Zeit!
    P.s. Der neue Name ist suuper!
    Liebe Grüße, Caro

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    • Anja

      Liebe Caro, danke für deine Vision und deine lieben Zeilen!
      Das trifft mich mitten ins Herz! Artikel solcher Art liebe ich zu schreiben. Bisher war oder bin ich mir unsicher, ob sich jemand dafür interessiert wenn ich selbst in der Hauptrolle bin. Diese Sichtweise war ein Experiment und es spricht zu mir. Ganz lieben Dank für deine Worte, ich lasse mal wirken. 😉
      Ich hoffe, du hast eine gute Zeit mit deiner CD-Produktion!

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  3. Ivana

    So wie eine leere Leinwand, eine leere Seite alle Möglichkeiten schenkt, so ist es auch, wenn wir einen Schnitt machen. Es ist eine Leere da, die gefüllt werden will, Pläne, Ideen, Visionen. Aber oft ist es noch nicht greifbar, nur eine Idee, Vision, macht Angst, weil wir unsicher sind. Oft fehlt das Vertrauen, auch mir geht manchmal so, auch wenn ich es eigentlich besser weiß. Aber ich versuche, meinen Weg zu gehen, diese Leere mit etwas zu füllen, was zumindest für mich Bedeutung hat. Und ich bin gespannt, wo das enden wird…
    Danke für Deine Artikel, die immer wieder zurückführen.
    Liebe Grüße nach Bali,
    Ivana

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  4. Stefanie

    So schön Anja! Die Form entsteht im Formlosen. Kam mir gerade so dazu :)! Wundervoll beschrieben.
    Alle Liebe Stefanie

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