Gehörst du zu den Leuten, die meditieren anstrengend finden? Kannst du nicht still sitzen, sondern bist von Gedanken getrieben? Fühlst du dich sogar frustriert, weil nichts „passiert“?
Wenn dem so ist, dann höre bitte auf, so zu meditieren!
Techniken hin oder her: Meditation soll DIR in erster Linie gut tun. Es gibt keine „richtige“ Art zu meditieren, denn wir alle haben ganz individuelle psychische, physische und emotionale Eigenschaften. Dem einen liegt dieses mehr, dem anderen jenes. Genauso ist es auch mit der Meditation.
Introvertierte beispielsweise haben weniger Schwierigkeiten mit der Sitzmeditation. Sie tanken neue Kraft durch den Rückzug, durchs Alleinsein und die Ruhe. Extrovertierte hingegen erhalten neue Energie durch Aktivität und Austausch in der Gruppe. Auch der Zustand deines Energiehaushaltes hat Einfluss darauf, wie du dich in der Meditation fühlst und, ob du dich mal intro- oder mal extrovertiert verhältst. Beide Qualitäten trägst du in dir.
Rückblick: Schon vorm ersten Versuch war mein Kopf voll mit Ratschlägen, Leitlinien und Tipps. Natürlich versuchte ich, mich an ihnen zu orientieren. Doch aus anfänglicher Begeisterung wurde Frustration. Wie so viele Beginner war ich gleich in mehrere Fallen getappt:
Ich dachte, Meditation wäre entspannend.
Meditation kann entspannend sein. Dies ist jedoch nicht das primäre Ziel, sondern Fokus.
Unser Geist ist wie ein Muskel, ständig ist er in Bewegung. Darum richten wir die Aufmerksamkeit auf ein Objekt, eine Person, ein Mantra oder auf den Atem. Holst du bewusst Luft und lässt deine Atemzüge gleichmäßig lang werden, beruhigt sich dein Nervensystem. Dein Körper folgt dieser Ruhe. Der Gedankenfluss auch.
Sollte ich mich ertappen, die Meditation mit dem Gedanken beginnen „Ich will mich entspannen.“, erinnere ich mich an meinen Lehrer, der sagte: Meditation soll sich okay anfühlen – Was auch immer okay heißen mag. Denn auch das ändert sich von Tag zu Tag.

Hadere ich, weiß ich: Es geht vorüber.
Freue ich mich, weiß ich: Es geht vorüber.
Weine ich, weiß ich: Es geht vorüber.
Es geht vorüber.
So wie alles im Leben.

Als Teil der Natur unterliegen wir ihren Gesetzen, ihrem ewigen Wandel. Hier gibt es kein gut, kein schlecht, kein besser. Wenn du dir erlaubst, dass zu fühlen was da ist, nichts zu negieren und nichts zu ändern, sondern zuschaust und beobachtest, kann sich innere Ruhe einstellen.
Je mehr Vorgaben der Geist bekommt, desto mehr Ideen, Geschichten, Erinnerungen, Erwartungen usw. macht er daraus. Ich bevorzuge zu sitzen, anstatt zu meditieren. Ein (Verhaltens)-Konzept weniger für meinen Intellekt macht eine Erwartung weniger in meinem Herzen. Und siehe da, oftmals bin ich schneller entspannt, als gedacht!
Ich dachte auch, Meditation muss nach Regeln erfolgen.
Erste Regel: Es gibt keine Regeln! Je mehr du dir auferlegst, desto mehr können dein Geist/Intellekt daraus basteln.
Zweite Regel: Es darf und soll! sich gut für dich anfühlen! Sitze bequem sitzen, auf keinen Fall solltest du stechende oder quälende Schmerzen haben. Gönne dir die Freiheit, verschiedene Techniken auszuprobieren und schau, was dir eher liegt. Es kommt wirklich total auf dich an!
Ich dachte, ich müsste aufhören zu denken?!
Gedanken kommen und gehen, keine Gedanken gibt es nicht.

Das Ziel ist nicht, nichts zu denken – Fußnote: es gibt sowieso kein Ziel – sondern die Geschichten, die uns im Kopf kreisen, loszulassen.

Es geht darum, einen gesunden Abstand zu Gedanken und Gefühlen zu finden. Genau genommen geht’s darum, wie ich mich zu ihnen in Beziehung setze und wie ich sie sogar transformieren kann.
Mein letzter Fehler war: Ich hatte eine Erwartungshaltung. Erst, als ich alle Vorstellungen und Ideen über Meditation los gelassen hatte, stieß ich in tiefere Dimensionen unseres Bewusstseins vor.

Der Schlüssel liegt im Zulassen und in der Hingabe. Genieße den Prozess, anstatt dich auf das Resultat zu konzentrieren.

Beginne deine Praxis so unvoreingenommen wie möglich, dann kehren auch der Spaß und das gute Gefühl wieder zurück! Meditation muss nicht hart und diszipliniert sein.
Damit du es ein bisschen leichter hast, sind hier meine persönlichen Meditations-Favoriten:
Achtsamkeit: Beginne allein, in ruhiger Umgebung. Komme in einen bequemen, aufrechten Sitz. Lehne dich an eine Wand oder setz dich auf eine dicke Decke, falls du Schmerzen im unteren Rücken, in den Knien oder Hüftgelenken hast. Bringe deine Aufmerksamkeit zum Atem, zur Umgebung und zu deinen Gedanken. Nimm wahr, wie sie kommen und gehen. Falls du abgelenkt bist, komme mit deiner Wahrnehmung zum Atem zurück. Versuche einfach mit 5 Minuten anzufangen. Nur kein Druck, der Rest kommt von allein.
Visualisierung: Um ein bestimmtes Ziel zu erreichen (so funktioniert übrigens Manifestieren, mehr Artikel dazu kommen) Suchst du zum Beispiel einen Job, dann stelle dir die Details deines Traumjobs vor oder die Charaktereigenschaften deines idealen Chefs. Welche Art von Arbeit willst du gestalten? Wie sieht ein Montagmorgen bei dir aus? Was siehst du dich selbst tun?
Visualisierung kann dir helfen, deine Herzenswünsche zu finden. Oft sind wir zu verkopft, um direkte Verbindung zu unserer Intuition und unserer Spiritualität zu haben.
Morgenseiten: 3 von Hand, am Morgen geschriebene Seiten. Du musst kein Schriftsteller sein, die Qualität spielt keine Rolle. Du schreibst alles auf, was momentan in deinem Kopf ist: Ob du schlecht geschlafen hast, gelangweilt oder traurig bist… Mit den Morgenseiten bringst du deine Emotionen zu Papier. So strukturierst du automatisch deinen Tag und setzt leichter Prioritäten. Du bist nicht mehr länger Opfer deiner Gedanken und Gefühle, sondern befindest dich im Auge des Sturms, im Zentrum des Geschehens. Falls du die Seiten nicht morgens schreiben kannst, abends oder nachmittags funktioniert auch. Die Morgenseiten helfen dir, dich wieder mit deinem kreativen Selbst zu verbinden. Und schon nach 2 bis 3 Wochen wirst du massive Veränderung erfahren!
Tanzen, Malen, Kunst: Ganz gleich, was es ist – Skateboard fahren, Rennen, Trampolin springen – tue es! Alles, was dich in einen Zustand des SEINS versetzt, ist Meditation. Beim Malen erlebe ich manchmal großartige Momente der Versunkenheit und vergesse alles um mich herum.
Egal, welche Form du wählst, nach der Meditation solltest du dich fühlen:
Leicht
Entspannt 😉
Gelassen
Ausgedehnt bzw. expansiv
Aufmerksam
Wach
Siehst du, wahrscheinlich meditierst du längst auf ganz natürliche Art und Weise! Der Schlüssel ist wirklich, das zu tun was für dich funktioniert. Und das dann immer öfter.
Kennst du noch andere meditative Formen? Falls ja, bitte teile sie doch mit mir. Ich freue mich auf deinen Kommentar! Und solltest du mehr und regelmäßige Inspiration von mir wollen, abonniere meinen kostenlosen Newsletter!

0 Kommentare

Trackbacks/Pingbacks

  1. Morgenrituale & Morgenroutine - 10 Tipps für gesunden StartFEMPRENEUR - […] Tages mit einer kreativen Tätigkeit wie dem Schreiben von Morgenseiten. Dies soll alternativ zum Meditieren auch wie ein mentaler,…

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.