Wann immer wir die Komfort-Zone verlassen melden sich Ängste. Sie zeigen sich auch, wenn unsere Erwartung nicht getroffen wird, dein Ziel sich von dir wegbewegt und wieder unerreichbar scheint.
Manche Ängste zeigen sich glasklar, andere sind undefinierbar. Letztere äußern sich als ungutes, flaues Gefühl im Bauch, in der Kehle, als Spannung im Gesicht oder Kiefer, auf der Stirn. Ach was, am ganzen Körper! Die Gedanken kreisen und Emotionen fahren Achterbahn.
Wer kennt das nicht?
Ich dachte ziemlich lange, ich müsse meine Ängste besiegen und überwinden.
Nee.
Muss ich nicht. Denn so funktioniert es gar nicht.
Meine Ängste sind nicht das Hindernis, sondern der Weg!
Das wurde mir zumindest auf einer Abenteuerreise in Australien klar. Vorher nagte meine innere Stimme monatelang an mir: Ich solle alles verkaufen und zum Uluru/Ayers Rock nach Australien fahren. Wieso, weshalb, warum? Dazu sagte meine innere Stimme nichts. Natürlich!
Doch das Leben ließ nicht locker. Unter anderem stoppte mich eine Frau auf der Straße (Eine Hellseherin, ist klar!), und sagte wortwörtlich zu mir „Anja, du musst fahren und dir deine Kraft zurückholen!“ Ich kannte diese Frau nicht, wusste nicht, ob ich ihr vertrauen konnte (Woher wusste die bitteschön meinen Namen!?!) und während des Gesprächs fragte ich mich die ganze Zeit, ob ich mich mit dem Teufel einlasse oder einfach vollkommen durch bin.
Doch was sie sagte hatte die Kraft, Dinge in mir anzuschwingen, von denen ich spürte, dass es die Wahrheit war. Meine Wahrheit. Und so bin ich gefahren und habe irre Sachen erlebt, die ich irgendwann noch teilen werde… Unsere Seele hat immer ihren eigenen Plan. Wir würden uns leichter tun, würden wir diesem folgen. Auch wenn wir nicht wissen, wohin die Reise geht.
Jetzt arbeite ich mit meinen Ängsten anstatt sie wegzuschieben. Ich möchte gerne mit dir teilen, wie.
Es gibt immer eine Wechselbeziehung zwischen unseren Ängsten und dem, wozu wir uns berufen fühlen.
Gerade wenn uns etwas sehr am Herzen liegt und unser kreatives Talent gefragt ist (was es letztlich bei jeder Herzensangelegenheit ist), melden sich Zweifel und Ungeduld; und eben auch Aspekte von dir, die Angst davor haben sich zu zeigen.
Es hat damit zu tun, eine neue Seite von sich selbst kennenzulernen und anzunehmen; auszuhalten, dass es noch keinen fertigen Weg gibt, dass es neu und anders ist, und du dich auf dich selbst verlassen musst.
Meistens sieht man nicht klar.
Dass die anderen einen also nicht 100% verstehen können ist normal. Auch, dass Ängste auftauchen wenn wir (beruflich) tun, was das Herz begehrt. Es muss so sein. Sonst würden wir niemals tief tauchen und innere Schätze heben.
Viele unserer Ängste sind sehr subtil und doch so wirkungsvoll. Ob es daran liegt, dass sie im kollektiven Bewusstsein miteinander verwebt sind?
Im Grunde stellen wir alle uns nämlich ähnlichen Fragen. Wir alle haben ganz ähnliche Ängste.
So kommen sie auch gern als Widerstand daher:
– Das kann ich nicht!
– Das Leben ist kein Wunschkonzert (oder Ponyhof)!
– Dafür bin ich nicht gut genug!
– Ich bin nicht bereit dazu!
– Ich bin doch nur _________________ (Setze ein, was für dich kommt.)!
– Niemand wird sich dafür interessieren!
– So oder anders… der Tenor ist gleich…
Ängste verkleiden sich auch als Frage und als Zweifel.
– Was glaubst du, wer du bist?
– Was werden die anderen von mir denken?
– Warum bin ich denn nicht mit dem zufrieden, was ich habe?
 
Die Liste ließe sich verlängern… Nicht wahr?!
Ängste wollen angeschaut werden. Wir müssen sie fühlen und ihnen zuhören. Denn sie enthüllen uns eine Geschichte nach der anderen über uns. Stories, die wir uns über uns selbst erzählen und die uns steuern.
Der Mensch hat nur Angst vor dem, was er nicht kennt und nicht versteht.
Darum begreife deine Ängste nicht als Hindernis,
sondern als Weg.
Wenn ich Angst spüre frage ich mich drei Dinge:
1. Was genau ist die Angst? Wovor genau habe ich Angst?
2. Woher kommt meine Angst? (Ich versuche den Ursprung meiner Angst zu identifizieren.)
3. Ich höre zu. Meinem Körper, meinen inneren Stimmen. Den Leuten um mich, denn sie sind auch ein Spiegel.
So lerne ich, wovor die Angst mich beschützen will.
Genau das ist der springende Punkt. Die Angst ist Teil meines Wesens. Sie ist da, um Aspekte in mir wahrzunehmen, die gesehen werden müssen.
Jede Angst kann mit ihren eigenen Waffen geschlagen werden. (Damit meine ich integrieren;))
Wenn du z.B. vor etwas Angst hast, malst du dir doch die krassesten Situationen aus, oder?! Mache es genauso!
Visualisiere die Situation, vor der du am meisten Angst hast.
Dafür brauchst du Ruhe und deinen Atem. Du setzt dich hin, atmest und stellst dir die Angst-Situation in deinem Kopfkino vor. Lasse Bilder, Emotionen, die Spannungen in deinem Körper aufsteigen (Das ist zuhören, hinsehen.). Sitze mit diesen Gefühlen und atme, nimm es wahr und gehe dann weiter. Du veränderst die Situation in deiner Vorstellung so, dass du dich wieder kraftvoll und dem gewappnet fühlst. Dein Atem ist der Schlüssel dazu denn er bringt die Entspannung in deinen Körper.
Hast du Angst davor, diese Gefühle zu spüren? Bitte deine innere Instanz darum, nur kleine Häppchen dessen zu fühlen.
Unser Gehirn kann nicht unterscheiden, ob deine Vorstellung tatsächlich real oder eben nur Vorstellung ist. Für deinen Körper ist es Wirklichkeit. Wenn du dich den Dingen bereits in deiner Fantasie stellst, wirst du auf die „echte Realität“ vorbereitet sein und nicht mehr aus dem Panikmodus reagieren. Du wirst agieren und genau darauf kommt’s an!
 
Schreibe alles auf bzw. sprich mit der Angst.
Schreibe mit der Hand um eine direkte Verbindung zwischen deinem Verstand und deinem Herzen herzustellen. Frage, warum die Angst da ist und vor welcher Geschichte du beschützt werden sollst. Rede mit dir, gehe in den Dialog. Wenn du dir dann noch die Sitation visualisierst, fühlt sich der innere Anteil gehört und wird dir Stück für Stück vertrauen.
 
Schüttele dein Hirn und deinen Hintern.
Angst äußert sich körperlich zunächst im Bauch und im Hintern. Das heißt, man spannt die Pobacken an. Im Bauch wird dir schlecht weil die Energie, welche eigentlich über die Beine nach unten abfließen würde, nirgends hin kann. Und so fließt sie dahin, wo dein Wille und auch die Zweifel sitzen. Das ist der Bauch bzw. dein Solarplexus.
Wenn du nun deinen Hintern schüttelst wirst du wieder locker. Wenn du deinen Kopf nach vorne beugst, tiefer als dein Herz, kann sich dein energetisches System neu starten. Es bewirkt einen Reset. Versuch‘ es mal. Mit dem Körper zu arbeiten macht vieles leichter, da die Energie dann wieder in dir zu fließen beginnt. Und Energie ist nichts anderes als Information in Bewegung. 😉
 
Sprich über deine Ängste.
Behalte sie nicht für dich. Mach dir Luft, teil dich mit. Du wirst sehen, du bist damit nicht allein. Suche nach Leuten, denen es ähnlich ging und die den Punkt, an dem du jetzt bist, schon integriert haben. Tausche dich aus. Das befreit.
 
Nun habe ich eine Menge geschrieben und falls du bisher gekommen bist, freue ich mich über deine Rückmeldung! Haben dich die Zeilen inspiriert? Hattest du womöglich einen AHA-Moment?
 
Wenn du Lust hast, mehr über dein Energiesystem zu erfahren willst, ist der Workshop „Dein natürliches Genie – Öffne innere Türen und gebäre deine Kraft“ für dich! Jeder ist willkommen, besonders sog. Hochsensible und Leute, die schon länger an sich arbeiten, doch nicht so richtig in die Kraft kommen. Am 4.+5.11. in Berlin-Schöneberg. Mehr Infos findest du hier.