Unsere unbewussten Überzeugungen äußern sich in Geschichten, die wir uns tagtäglich selbst erzählen. Sie entscheiden darüber, wie wir unsere Ziele erreichen. Fühlst du dich blockiert oder kommst nicht voran, wird dich dein Unterbewusstsein sabotieren. In diesem Artikel erfährst du, wie du dein mentales Drehbuch änderst.
Mentales Drehbuch verändern

Deine inneren Stories entspringen vielen Quellen und können dich über Jahre hinweg begleiten. Wir alle haben eine MENGE Stories und Überzeugungen in uns. Sie ließen sich wohl in die eine oder andere Kategorie einordnen:
Ich kann das nicht.
Ich habe kein Geld dafür.
Das darf ich mir nicht erlauben.
Das habe ich nicht verdient.
Ich habe keine Zeit dafür.
Ich bin nicht gut/schlau/ausgebildet/erfahren genug.
Ich bin zu alt/zu jung/hässlich/zu dick/zu dünn etc. dafür.
Das kann ich nicht annehmen.
Ich muss mich noch mehr anstrengen.
Nur wenn ich hart arbeite, werde ich etwas erreichen.
Ich muss etwas vernünftiges machen, sonst werde ich (nicht) ________________
Geld ist ________________ .
Ich bin _______________.

Hast du dich vielleicht irgendwo wieder erkannt?!
Die Ursache für das, was du dir über deinen Selbstwert, deine Talente, deine Arbeit, deinen Körper oder deine Finanzen erzählst, kann in der Erziehung liegen, auf deinem Weg des Erwachsenwerdens oder sogar früheren Leben.
Solltest du jetzt den Browser zuklicken wollen weil du denkst „So ein Quatsch!“, lies trotzdem einmal weiter… ☺
Es können Situationen sein, in denen du verletzt wurdest, deine Gefühle unterdrücken musstest oder dich nicht so zeigen durftest wie du wirklich bist. Die Ursachen sind vielseitig und für jeden so universell wie ein wir einzigartig sind.
Wir sind allerdings weit mehr als nur unser Verstand und die mentale Ebene. Unterdrückte Wünsche, Gefühle und verbale Verletzungen haben ihre energetischen Auswirkungen auf deinen Körper.

Alles, was nicht geklärt oder gelebt wird, setzt sich in dir fest.

Worte, die dich getroffen haben oder auch nicht gesagt wurden (und du darauf gehofft hattest) schaffen eine mentale Überzeugung in dir.
Unterdrückte Gefühle, vertagte Wünsche und weggeschobene Verletzungen bleiben darüber hinaus auch in deinem Körper als energetisches Pendant bestehen. Alles, was nicht gelebt und ausgedrückt wird setzt sich im Körper fest, bildet dort Verspannungen und Blockaden und äußert sich in deinen (Körper) Haltungen.
Damit formt sich das Fundament der inneren Überzeugungen: Muster, die im Unterbewusstsein ihr eigenes Programm fahren und damit das verborgene Drehbuch deines Lebens schreiben.

Willst du dein (Arbeits) Leben verändern, musst du deine Story ändern.

Während es notwendig ist, unterdrückte Emotionen und Verletzungen auf der energetischen Ebene loszulassen – in den nächsten Wochen werden wir das hier tun! – ist es genauso wichtig, dein Mind-Set auf ‚Positiv‘ zu tunen. 😉
Denn solange du dich noch fragst, warum dein Vorankommen stagniert oder es einfach nur wahnsinnig anstrengend ist, deine Ziele und Wünsche zu erreichen, ist dein Unterbewusstsein nicht an Bord. Dein Mind wird dir innere Geschichten erzählen, dir dir einfach nicht gut tun und konträr zu dem stehen, was du eigentlich wirklich willst.
Drei Dinge gilt es über diese Überzeugungen festzuhalten:
1. Sie sind nicht wahr!
2. Sie dienen weder dir noch anderen!
3. Sie sind die Nummer 1 in der Rangliste der Dinge, die dich täglich zurückhalten wenn du ein Leben führen willst, dass du absolut liebst!

Die gute Nachricht ist, all deine Stories lassen sich ändern! Das Drehbuch lässt sich umschreiben!
Wir können unsere innere Software umprogrammieren wie bei einem Computer.
Es braucht lediglich etwas Zeit und einen gewissen Einsatz von dir.
Ein Leben das dem entspricht, wonach du dich wirklich sehnst erfordert Verantwortung zu übernehmen: Für deine Wünsche und erst recht für deine Gedanken.

Wie identifiziere ich meine tägliche innere Story?

Eine innere Story geht immer mit einer Emotion einher.
Dein Körper ist ein Barometer und reagiert sofort, wenn du verletzt worden bist, dich unwohl fühlst, etwas unterdrücken musst oder gegen deine Natur handelst!
Du reagierst mit Stress. Du bist nervös oder angespannt, ausgepowert oder ärgerlich. Das kann ein latentes Unwohlsein oder Unzufriedenheit hervorrufen oder sich zuspitzen, sodass du ‚Rabenschwarze Tage‘ erlebst. Wenn du dich Määääh fühlst. Fertig bist mit dir und der Welt und die Nase voll hast, oder pessimistisch bleibst.
Wann immer du zweifelst, dich nicht mehr in dir selbst wohl fühlst oder in Frage stellst, solltest du folgenden Fragen-Prozess durchgehen.
(Für den Anfang ist es sinnvoll, dass mit Stift und Papier zu tun. Beim Schreiben kann mehr aus deinem Unterbewusstsein fließen, als wenn du es nur in Gedanken tust. Mit der Zeit wird dir dieser Prozess in Fleisch und Blut übergehen.)
Ich gebe dir mal zwei Beispiel-Szenario aus meinem Leben als ehemalige Angestellte einer Werbeagentur:
Der Tag, an dem ich innerlich kündigte, hatte mit einem Projekt-Meeting bei unserem wichtigsten Kunden begonnen. Ich war für Event-Management zuständig und eng mit der Kommunikationsabteilung verbandelt. Nachdem ich die Präsentation begonnen hatte, fiel mir die Kundin ins Wort. Sie sagte, die Strategie müsse moderner und pompöser sein. Sie würde nicht der Sichtweise eingängiger Kommunikationsexperten entsprechen. Sie wollte wissen, warum ich präsentieren würde und nicht mein Chef.
Alle hörten ihr zu. Egal, wie oft ich auch ansetzte um das Missverständnis aufzuklären, es war vergeblich. Meine Arbeit von mehreren Tagen war innerhalb weniger Minuten vom Tisch gewischt.
Das war Nummer Eins.
Nachdem ich gekündigt hatte, nahm ich an Existenzgründerseminaren teil. Selbstständigkeit war mein Weg, das stand fest. Doch war meine Idee die richtige? Würde ich damit erfolgreich sein? Wie sollte ich alles schaffen?
Anders als im herkömmlichen Marketing wollte ich mit den Kunden über ihre wahren Wünsche und Ziele sprechen. Die Methoden für Marketing-Konzepte kamen mir immer so übergestülpt vor. Doch weder war ich Coach, noch hatte ich Lust auf eine weitere, total verkopfte Ausbildung. Von offizieller Seite unterstützte mich niemand, es sei denn ich machte eine Ausbildung. Mit Geld, welches ich nicht hatte. Also trug ich meinen Herzenswunsch Monate still und heimlich mit mir herum: Ich dachte viel, und machte wenig.
Das war Nummer Zwei.
Erkennst du dich in der einen oder anderen Situation wieder?!

Als erstes soltest du dich fragen:

1. Frage: Welche Emotionen fühle ich gerade?

Beispiel 1: Ich war frustriert, fühlte mich klein, unsichtbar und wie ein Idiot.
Beispiel 2: Ich war verunsichert, mit mir selbst total unklar. Ich fühlte mich zu jung, zu unerfahren und wie ein Hans-Dampf-in-Allen-Gassen.
Es gibt immer Trigger!
Als nächstes frage dich, wie es zu diesem Zustand gekommen ist.

2. Frage: Welche Situation hat diese Emotionen in dir hervorgerufen?

Sei hier spezifisch: Wer war dabei? Was wurde gesagt? Was hast du getan? Was waren deine Erwartungen? Welche die der anderen? etc.
In meinem Falle habe ich die Beispiele ja gerade schon genannt. Welche Situation hat diese Emotionen in dir hervor gerufen?
Sobald du sie benannt (und aufgeschrieben) hast, überprüfst du deine innere Story.

3. Frage: Welche Geschichte erzählst du dir selbst über dich im Hinblick auf diese Situation?

Beispiel 1: „Ich bin nicht erfahren genug. Ich kann nicht gut kommunizieren und erklären, niemand interessiert sich für meine Ideen.“

Beispiel 1: „Ich habe ständig neue Ideen und Einfälle und bin ein Hans-Dampf-in-allen-Gassen. Darum interessiert sich auch niemand mehr dafür. Ich bin sowieso total unerfahren und kann nicht mal für mich einstehen.“

Erkennst du, dass ich mir in unterschiedlichen Situationen und Zeiten die gleiche Story erzählt habe? Immer wieder und wieder…
Jetzt bist du dran! Welche Geschichten kannst du für dich identifizieren? Nutze diese Fragen:
1.: Welche Emotionen fühlst du gerade?
2.: Welche Situation hat diese Emotionen in dir hervorgerufen?
3.: Welche Story erzählst du dir im Inneren selbst im Hinblick auf diese Situation?

Soweit so gut. Nun geht es ans Eingemachte 😉

Wie änderst du dein mentales Drehbuch? Das Umprogrammieren

Da die Ursache für deine inneren Geschichten und Überzeugungen in der Vergangenheit liegt, solltest du dich fragen:

4. Frage: Welche alte Erinnerung kannst du diesen Emotionen und deiner Geschichte zuordnen?

Bringst du deine Emotionen mit deinen Eltern in Verbindung? Mit Erfahrungen deiner Erziehung oder Schulzeit? Ist etwas in einer Beziehung geschehen, dass dich hat so fühlen lassen?
Eventuell weigert sich auch etwas in dir, das zu tun. Denk’ dran: Alles Festgehaltene, nicht Auf- oder Verarbeitete lebt im Körper fort und führt im Unterbewusstsein sein Eigenleben.
In der Grundschule sollte ich mal in einem Theaterstück mitspielen, war vorbereitet und bin dann doch nicht eingeteilt worden. Ich war so enttäuscht, dass ich damals für mich entschied „Niemand interessiert sich für mich und meine Ideen.“
Diese Situation hatte ich tatsächlich in mir festgehalten und mich Jahre blockiert!
Es geht nicht darum, deine Familie, Lehrer oder wen auch immer zu verurteilen! Damit wäre nur eine neue Story geschaffen. Es geht darum, die Umstände zu identifizieren, sie zuzulassen und sie gehen zu lassen!

Wer auch immer dich verletzt hat ist selbst verletzt worden und reagiert aus seinem eigenen unbewussten Drehbuch heraus!

Ein letztes Beispiel habe ich noch für dich um dir zu zeigen, wie vielseitig dieses innere Drehbuch sein kann:
Mein Bekannter liebt es, draussen zu sein. Inzwischen arbeite er in einem Büro. Als wir uns trafen jammerte er, wie sehr er die frische Luft und die Bewegung vermisse.
„Was hast du vorher beruflich gemacht?“, wollte ich wissen. Seine Augen leuchteten. Er war Segellehrer auf der Müritz. Warum er damit aufgehört hätte, fragte ich. Seine Antwort: „Weil die Kunden, Business-Männer im Anzug, immer sagten, ich müsse mal „einen richtigen Job“ machen.“

Je achtsamer du dich mit deinen Altlasten auseinander setzt, desto bewusster wird dir, sobald eine alte Story deinen Mind beherrscht.

Der letzte Schritt in diesem Umprogrammierungs-Prozess ist, dir die Wahrheit über die Situation zu erzählen!
Sie könnte darin liegen, dass du bereits daran arbeitest deine inneren Programmierungen zu ändern.
Dass es Zeit braucht und du dein Bestes tust!
Dass du heute näher dran bist als gestern!
Dass du nur das Beste verdienst. Und das tust du, keine Frage!
Dass du verdienst, wonach du dich sehnst und dir deine Herzens-Ziele erfüllst!
Du hast Fehler gemacht, aber sie definieren dich nicht!
Du bist nicht zu jung oder zu alt! Du hast einzigartige Talente! Go!

Merke: Sobald es negativ ist, ist es eine Story! Betrachte dich durch die Augen der Natur und hey, die Natur ist Schönheit, Perfektion und Wunder in sich, oder etwa nicht?! 😉

 

5. Frage: Was ist also Wahr und Positiv an deiner Situation?!

Erstelle keine Superlative, sonst sagt der Verstand sofort: FALSCH! Die negativen Muster wären damit lediglich vertieft. Das Ziel ist hier, eine wahrheitsgemäße Änderung vorzunehmen! Bleib positiv und ehrlich. So programmierst du SCHRITT-für-SCHRITT-für-SCHRITT-für-SCHRITT!
Mein Bekannter hätte sich sagen können: „Ich bin gerne in der Natur. Was definiert „ein richtiger Job“, was verstehe ich darunter? Warum greift mich das an und macht etwas mit mir? Warum schenke ich den Herren im Business-Anzug mehr Autorität als mir selbst? (Siehe Frage 1-3)“
Ich habe mir gesagt: „Ich bin vielleicht noch kein ausgebildeter Coach, aber ich habe meine Menschenkenntnis. Meine Idee setzt Enthusiasmus und Freude in mir frei, sie verfolgt mich schon seit Jahren. Ich werde Schritt für Schritt herausfinden, was genau meine Talente und Fähigkeiten sind und was es mit dieser Idee auf sich hat.“
Jetzt bist du dran! Schreibe deine Story um!
In Teil 2 erkläre ich dir, wie du deinen Mind mit ganz einfachen Mitteln im Alltag austrickst.
Hat dir dieser Prozess geholfen, deine innere Story wahrzunehmen und zu verändern? Wie gehst du mit deinen inneren Geschichten um?
Alles Liebe,
unterschrift

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