Ich erinnere mich daran, dass mein Opa, kurz bevor er den Übergang antrat, zu mir sagte: „Denk dran, wichtig ist, dass du dich fragst, was du mit deinem Leben anstellen willst! Nicht, was du werden willst!“

Die tiefere Bedeutung seiner Worte fing ich erst in den letzten Jahren an zu begreifen und dieses Jahr war es irgendwie, als schaute er von oben runter und wollte mich daran erinnern…

Ich spüre eine große Veränderung in mir… und in uns allen. Es scheint, als würden ganz viele da draußen … „Was nun?“… zu sich selbst sagen.

2017 war ein anstrengendes Jahr mit vielen Herausforderungen, Abenteuern und Enttäuschungen, aber auch eins mit fantastischen Überraschungen und Geschenken. Nicht nur für mich, oder?

Es ist nicht nur Weihnachten und die Endjahresstimmung allein, dass wir reflektieren. Genauer genommen nutzt der große Geist, das schöpferische Bewusstsein.. Spirit… diese Gelegenheit dazu, uns in Momente und Situationen zu bringen, in denen wir auf uns selbst zurückgeworfen werden, unsere Andersartigkeit vor Augen geführt bekommen, und damit zwangsläufig diese Fragen stellen:

Was will ich ?
Wer bin ich?
Wo stehe ich?
Was habe ich erreicht?

Die männliche Kraft in uns, die noch zu viel Raum einnimmt, muss die Hüllen fallen lassen. Mit anderen Worten: Die Konditionierungen einer auf männliche Aspekte übertrainierten Gesellschaft werden Schicht für Schicht abgetragen.

Diese Reise führt zwangsläufig nach innen und über den Weg des Weiblichen. Da diese Kraft über viele tausende Jahre in uns abgetötet worden war, kehrt sie nun zurück. Logischerweise mit Angst, Unsicherheit, Anstrengung, Genervtsein, Wut, Schmerz, Zweifel im Gepäck – aber auch mit viel Freude und Zufriedenheit, lichten Momenten dazwischen. Das Licht tritt durch die Wunde ein! – Rumi

Was willst du wirklich vom Leben?
Und von deinem Business?!

Auch in mir ist diese starke männliche Kraft. Dieses Jahr stand sie noch mal im Ring mit meiner anderen Seite, der Weiblichkeit.

Es war diesen Frühsommer, als ich die Website umgestaltete und eines Nachts mit einer Flasche Rotwein unterm Mond saß… und meinen eigenen Blog las. All die Texte, die ich in den letzten Jahren unter Schreibenqualen produziert hatte…

Ich spürte meine Dankbarkeit und Zufriedenheit über das, was ich erreicht habe; und für die Kunden, die ich habe. Denn ich betrachte sie eher als Wegbegleiter, nicht nur als Kunden.

Und doch nagte diese Unzufriedenheit an mir. Scheinbar grundlos.
Und irgendwie auch wieder nicht.

Denn in Wahrheit hatte ich mir nur ein neues Hamsterrad erschaffen, eins von „selbst und ständig“.

Obwohl die Stimme meines Herzens mir die ganze Zeit die Lösung flüsterte: „Sei still!“

Es gelang mir nicht. Denn die Stimme meines Intellekts, die Gegenargumente am laufenden Band produzieren kann und gerne Totschlagkeule Numero Uno zitiert: „Das ist nicht realistisch!“, war stärker.

Wie soll jemand wie ich, der die Stille liebt und braucht, so hochsensibel, dass diese Phasen des Rückzugs und Alleinseins essentiell sind (sonst haut es mir die Sicherung raus), ein Business führen ohne Marketing zu machen?!

Ständig im Netz sichtbar sein, netzwerken, Veranstaltungen, Free-Opt-Ins kreieren, Bücher und Texte schreiben, sich von Facebook & Co. diktieren lassen, wie oft man da erscheint und wie viel Wert es dann hat… natürlich alles kostenlos… um sich als Experte zu positionieren… ?! Nein. Das kann und wird mein Weg nicht sein. Was für andere funktioniert ist nicht zwangsläufig auch gut für mich.

Weil ich nur noch auf „dieses Problem“ fokussierte war es, als hätte ich 15 Browserfenster und mehr gleichzeitig im Hirn geöffnet.

Was dann passiert kennst du und kennst jeder: Der PC hängt sich auf. R E S E T.

Und ihr Lieben, was soll ich sagen?! Ich mache gerade meinen ganz persönlichen Retreat. Nicht etwa unter fernen Palmen, sondern zu Hause. Bei mir.

Mir läuft nichts davon. Keine Kunden, keine Arbeit, kein Geld. Einfach, weil ich der Stimme meines Herzens folge.

Jetzt fragt man mich, wie ich das mache. Umsatz und Arbeit ohne dieses Marketing (Ja, auch einen Newsletter sollte ich endlich mal wieder schreiben…). Ich bin nahezu unsichtbar in den Weiten des Internets und schaffe es dennoch, von meiner Arbeit zu leben.

Die Antwort ist: Nicht ich mache das, sondern meine Lichtwesen! Jeder von uns hat Schutzgeister und Lichtwesen und ich bitte sie darum, mir die passenen Kunden zu schicken.

Ich glaube daran, und deswegen funktioniert es!

Ich setze mich ständig mit mir selbst auseinander, mache mir nichts vor und kehre nichts unter den Teppich. Das ist natürlich die Voraussetzung dafür. Und ein gesunder Fatalismus!

Denn natürlich heißt „passende Kunden“ in den Augen der Lichtwesen nicht unbedingt, dass es mir einfach gemacht wird. Ich bekomme – in Business und Privat – geschickt, woran ich am meisten wachse. Das verstehen die Schutzgeister jedenfalls unter „passend“, und meine Seele auch.

Je mehr ich in der Stille bin, mich um mich selbst drehe, desto mehr Anfragen erhalte ich, melden sich Leute zum Newsletter an und der Umsatz wächst.

Über die Jahre habe ich vergleichsweise wenig Likes auf Facebook und Instagram gesammelt, doch who cares?! Mein Kalender ist voll und die Leute finden mich. Dank meiner Lichtwesen, die das alles managen!

Je mehr du vom Weg abkommst, desto tiefer läufst du in deiner Spur!

„Der Weg“, da wird uns weiß gemacht, das nur dieses und jenes ginge und möglich sei. Ist doch klar, wer mit Ängsten spielt, verdient sich leicht eine goldene Nase.

Dass Ängste auf dieser Reise begleiten ist normal. Ich saß ja mit meinen in jener Nacht. Doch der Mut zu meiner Wahrheit stieg prozentual mit der Promille des Rotweins, und ich musste an meinen Opa und seinen weisen Satz denken.

Ich fasste die Absicht, still sein zu dürfen. Damit würde ich mir gleichzeitig vollends erlauben, ich selbst zu sein. – Irgendwo zu hocken, nicht zu reden aber zu beobachten ist für mich mitunter das Allerschönste. –

Ich würde mich zeigen und durchziehen, was mir gut tut, und zwar mit aller Konsequenz. (Aber schön langsam, damit ich mich dran gewöhnen und hinein wachsen kann.)

Es ist schließlich mein Leben und ich erschaffe die Dinge, Kraft meiner Gedanken.

Also:

Ich bin kein Coach, Mentor, Yogalehrerin, Bloggerin. Ich bin ich.

Das braucht keine Kategorie.

Und du brauchst auch keine! Ich habe mich in diese Labels gepresst, weil ich es so gelernt hatte und dachte, dass ich das muss, damit die Leute mich verstehen. 2017 hat mir gezeigt, dass ich das nicht mehr muss oder soll.

Wichtig ist meine Wahrheit über mich. Die kenne ich schon lange, war aber verschütt gegangen.

Ich bin Bewusstsein.

Ich bin (jetzt) Anja. Sie ist die Kulminierung von unendlichen vielen Leben, Persönlichkeiten, Erfahrungen. Anja ist die Erfahrung, die (ich als) mein Bewusstsein macht.

So sehe ich dich auch. Als Mirka, Ina, Silke, Klaus … Du musst nicht an frühere Leben glauben oder gar deine Berufung benennen können. Du solltest aber wissen, wo es dich hinzieht, was dich lebendig macht und nährt – und deine Nase danach richten.

Umarme deine (vermeintlichen) Widersprüche!

Streif ab, was nicht sein darf. Lass dich vom Leben überraschen. Du bist nicht die Geschichte, die du dir selbst erzählst.

Jemand, der sich selbst erkannt hat, ist unbequem und fördert Dinge zu Tage, die eben noch von jemand anderem unter höchsten Anstrengungen vergraben wurden.

Das ist irgendwie Gesetz. Vielleicht weht mir und dir deshalb oft ein eisiger Wind entgegen. Wir sind Chamäleons. Darum nimm die gesamte Werkzeugkiste an, welche man dir mitgegeben hat!

Das zu leben, was man wirklich will im Leben braucht viel Kraft und Mut und einen gesunden Eigensinn. Bis dieses Jahr war ich versucht, es allen recht zu machen. Denn es gibt Tatsachen, die ich nicht unbedingt schön finde und die mich lange aufgehalten haben.

Zum Beispiel beobachten mich viele Leute, sprechen tun sie (leider) nicht mit mir. Besonders Männer scheinen Angst oder Ehrfurcht vor mir zu haben. Es gibt Frauen, die mich unmöglich und altklug finden. Ich weiß, dass mich viele Leute nicht in eine Schublade sortieren können… und sich deswegen fern halten. Wie schade.

Ich träume tatsächlich von einer Welt, in der die Menschen ihre Gaben erkennen und leben… dürfen. Je mehr es von dieser Sorte gibt, umso schneller werden die kritische Masse erreichen und eine Welle des Bewusstseins anstoßen. Sie ist schon in Fahrt, doch es könnten noch viel mehr werden, die (mit mir) auf ihr reiten!

Die Welle nimmt man am Besten, in dem man locker lässt, aufhört, gegen sich selbst anzuschwimmen, und sich stattdessen von dem was kommt, tragen lässt. In jedwede Richtung.

In jener Nacht unterm Mond, während ich meine eigenen Texte las und zwischen Scham und Lachern schwankte, dachte ich letztlich, Was soll denn schon passieren? Du bist frei, du musst morgen nicht in ein Büro. Ich kann machen, was ich will. Hurra!

Was ich von meinem Leben will, und von meinem Business?!…

… denn das weiß ich doch ‚eigentlich‘ schon lange… Am nächsten Tag ging ich in die Stadt um die vielen Browserfenster in meinem Kopf zu schließen. Window-Shopping als stumpfe Ablenkung und Inspiration. Im ersten Laden griff ich in die Kleiderstange und zog das T-Shirt oben auf dem Foto raus.

Ich hatte (m)eine Antwort gefunden.

Durch die Erlaubnis kommt die innere Ruhe und damit sehe ich, wie ich alle losen Enden zusammenknoten muss. Ich freue mich auf die Arbeit im kommenden Jahr, wünsche dir und deiner Familie ein besinnliches Weihnachstfest und schöne Zeit!

Alles Liebe,