Gastartikel von Lisa – Botschaften der Angst: Bestimmt hast du dir auch schon mal die Frage gesetllt wer du eigentlich bist. Wenn wir uns erlauben wir selbst und authentisch zu sein kommt noch eine ganz andere Empfindung hinzu: Die Angst davor wir selbst zu sein.
Wir alle haben in unserer Kindheit gelernt, dass wir nicht okay sind. Uns wurde beigebracht, dass wir uns anpassen müssen, die Erwartungen der Erwachsenen erfüllen und immer höflich sein sollten. Möglichst nicht zu vorlaut aber auch nicht zu schüchtern. Bei vielen von uns führten diese Erziehungsmaßnahmen dazu, dass wir heute gar nicht mehr wissen wer wir selbst überhaupt sind.
Wir haben das Gefühl für unseren authentischen Ausdruck verloren und in Momenten, in denen unser wahres Selbst doch einmal zum Vorschein kommt, schaltet sich sofort der innere Kritiker ein und weist uns zu recht. Bestimmt hast du dir auch schon mal die Frage gestellt wer du eigentlich wirklich bist.
Was macht deine Persönlichkeit aus?
Wer bist du ohne all die gesellschaftlichen Reglementierungen, Konventionen und Vorschriften?
Wie würde dein Leben aussehen, wenn du die Erlaubnis hättest du selbst zu sein?

Die meisten von uns haben in ihrer Entwicklung vom Kind zum Erwachsenen das Gefühl dafür verloren wer sie wirklich sind. Wir waren als Kinder so sehr damit beschäftigt die Erwartungen der Erwachsenen zu erfüllen und brave Kinder zu sein, dass wir auch im Erwachsenenalter noch unbewusst versuchen unsere Eltern durch unsere Taten zu beeindrucken und sie endlich stolz auf uns zu machen.

Wie findest du dein wahres Selbst?

Es gibt viele Texte darüber, dass wir die Angst davor verlieren sollen uns zu zeigen. Doch was dem vorangeht ist die Frage, wie du dein wahres Selbst überhaupt finden kannst?
Wenn es dir so geht wie mir, hast du dein Gefühl für dein wirkliches Wesen bestimmt auch im Laufe der Zeit verloren. Ich habe immer eine innere Leere in mir gespürt, die sich einfach nicht füllen lassen wollte. Ich habe alles getan, um die Erwartungen anderer zu erfüllen, brav zu sein, gute Noten zu schreiben und keinen unnötigen Ärger zu machen. Doch das hat mich nicht in die ersehnte Erfüllung geführt, die mir immer versprochen wurde, wenn ich brav bin. Ich hatte trotz aller Bemühungen immer das Gefühl überhaupt nicht ich selbst zu sein.
Wie also kannst du dein wahres Selbst finden? Eigentlich ist es ganz einfach (und dadurch für uns Kopfmenschen erst richtig schwer). Denn dein wahres Selbst ist immer bei dir.
Du kannst in jedem Moment deines Lebens dein authentisches und wirkliches Selbst zum Vorschein bringen. Halte einen Moment inne und spüre was sich zeigt. Auch, wenn sich unangenehme Emotionen zeigen, ist dies authentisch.
Wir denken immer, dass unser wahres Selbst eine ideale Person ist, die nahezu perfekt und immer fröhlich ist. Dazu ist gerade bei unangenehmen Emotionen, wie z.B. der Angst unsere Bereitschaft gefragt, hinzuhören und sie zu zulassen. Wenn du Wut spürst, dann lass sie zu. Wenn du Angst spürst, lass sie fließen.

Emotionen sind Energie

Alles ist Energie und Energie strebt danach zu fließen. Wenn du sie zurückhältst und unterdrückst, dann trennst du dich von deiner Essenz. Du schaffst Spannung und das Gefühl des Getrenntseins in dir. Wenn du also dein wirkliches Selbst kennen lernen möchtest, dann nimm dir jeden Tag ein wenig Zeit, um zur Ruhe zu kommen und in dich hinein zu spüren. Erlaube auch unangenehmen Empfindungen aufzutauchen und erlaube ihnen zu fließen.
Was ich hier so einfach schreibe, ist nicht einfach. Im Gegenteil: Es braucht sehr viel Übung, um zu lernen im Jetzt zu sein und dadurch ganz bei sich zu sein. Denn, wenn wir uns erlauben authentisch zu sein kommt noch eine ganz andere Empfindung hinzu: Die Angst davor wir selbst zu sein.

Begegne deinem inneren Kritiker liebevoll

Wir haben so lange gelernt, dass wir nicht okay sind und uns anpassen müssen, dass heute in Momenten der Authentizität sofort unser innerer Kritiker hinter der Hecke hervorgesprungen kommt. Unser innerer Kritiker ist derjenige, der uns immer wieder zur Vernunft ermahnt, alles schlecht redet und uns nichts zutraut. Er schützt uns davor unangenehm aufzufallen und dadurch in Ungnade zu fallen. Eigentlich ist der innere Kritiker ein Verbündeter der Angst. Seine Stimme kann gar nicht liebevoll sein, da er aus der Angst heraus argumentiert. So unangenehm er auch ist, er will uns wirklich nur helfen. Sei also gnädig mit ihm.

Wenn du authentisch leben willst und deine Angst vor deinem wahren Selbst verlieren möchtest, dann empfehle ich dir, deinen inneren Kritiker mit in deine innere Arbeit einzubeziehen.

Du kannst zum Beispiel seine Sätze so umformulieren, dass sie liebevoll werden. Wenn dein innerer Kritiker sagt: „Du bist aber heute wieder empfindlich, stell dich nicht so an.“, könntest du seine Worte so für dich übersetzen: „Du bist nicht schwach, aber bitte sei dir darüber im Klaren, dass in unserer Gesellschaft Verletzlichkeit mit Schwäche gleichgesetzt wird. Pass bitte auf dich auf.“
Unser innerer Kritiker hat einfach nur Angst davor, dass wir verstoßen werden, wenn wir authentisch sind. Gib ihm Zeit sich an die neue Situationen zu gewöhnen. Sei liebevoll zu ihm und steig nicht in das Drama mit ein. Wenn du deinen inneren Kritiker integrierst und ihm einen Platz einräumst, kannst du schon einen Großteil deiner Angst vor Authentizität ablegen.

Wie kannst du dein wahres Selbst entfesseln kannst

Wenn du dir wünschst, dass dein Leben mehr dir entspricht und du dich anderen Menschen so zeigen willst wie du wirklich bist, dann nimm dir die Zeit dich neu kennen zu lernen. Für dich und deine Seele ist es eine ganz neue Situation authentisch zu sein. Nach all den Jahren der Anpassung und Erwartungserfüllung braucht es Zeit, um diesen Zustand dauerhaft halten und aushalten zu können.
Daher empfehle ich dir damit zu beginnen, dir erstmal nur wenige Minuten am Tag zu gönnen, in denen du ganz bei dir und ganz im Jetzt bist. Je öfter du dies praktizierst, desto mehr wirst du ein Gefühl dafür entwickeln wie es sich für dich anfühlt authentisch zu sein.
So kannst du über dir Zeit hinweg immer mehr zu dem werden, der du immer warst:
Du selbst.
– Lisa von Botschaften der Angst

Lisa schreibt auf ihrem Blog Botschaften der Angst über das Thema Angst. Sie hilft Menschen dabei ihre Ängste besser zu verstehen und sie liebevoll in ihr Leben zu integrieren. Dabei zeigt sie auch, dass Angst nicht unser Feind ist, sondern eine ganz natürliche Emotion, die angenommen und gesehen werden will. Jeder Einzelne hat die Wahl sich komplett von seiner Angst vereinnahmen zu lassen und seine eigene Macht aufzugeben oder aber sich gezielt damit auseinanderzusetzen und einen liebevollen Weg zu finden, um die Angst in sein Leben zu integrieren und eins mit ihr zu werden. // Du findest Lisa auf www.indigoleben.de

3 Kommentare

  1. Fred

    Ich finde diesen Artikel absolut wundervoll liebe Lisa.
    Unangenehme Gefühle und Gedanken gehören auch zu uns, sie abzuweisen kostet viel Kraft und uns das Gefühl ganz, heil zu sein.
    Sehr schnell laufen wir davon, springen aus dem Weg, drücken weg oder agieren aus. Das haben wir so gelernt und niemand brachte uns bei, wie es geht, wie es ist, mit sog. Unangenehmem zu sein, einfach zu sein, anzunehmen.
    Danke für diese liebevollen Worte!

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    • Lisa

      Hallo Fred,
      ich freue mich sehr über dein Feedback. Vielen Dank! Das stimmt, wenn wir uns vor negativen Gefühlen abschotten, schneiden wir uns gleichzeitig auch von allen positiven Empfindungen ab. Aber es ist ein langer und tiefer Prozess bis wir unsere Gefühle wirklich fließen lassen können. Alles braucht seine Zeit. Und es vom Verstand her zu wissen reicht leider nicht aus. Wir müssen immer auch einen Weg finden es in unser Leben zu integrieren.
      Alles Liebe, Lisa

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  2. Evi

    Ein ganz toller Text. Herzlichen Dank dafür. Er berührt und spricht mir aus dem Herzen, auch wenn ich das zulassen immer wieder sehr anstrengend und beängstigend finde und es versuche zu vermeiden. Dass auch immer alles so geübt werden muss… 😉

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