Emotionale Unabhängigkeit heißt, nicht mehr verstrickt zu sein. 

In all den Jahren wo ich mit Frauen arbeiten darf begegnet mir immer wieder das Thema der emotionalen Verstrickung. Nicht zuletzt deswegen weil ich in mir selbst genug verhäddert war und aufräumen musste um Klarheit über mich selbst zu gewinnen.

Emotionen sind mit Erlebnissen aus unserem Leben verknüpft und im Körper gespeichert. Somit lebt die Vergangenheit ein stückweit in uns weiter.

Wenn du einmal inne hältst und in dich hineinspürst wirst du ein Grundgefühl in dir wahrnehmen können. Es ist ein Gefühl, dass dich jeden Tag begleitet:
Wie du dich mit dir selber fühlst.

Diese Grundstimmung ist das Fundament für die Realität, die du erschaffst.

Denn was wir (teilweise auch unbewusst) fühlen beeinflusst die Kommunikation mit unserer Umwelt. Und damit meine ich nicht unbedingt Worte, sondern das Verhalten. Sind wir offen und wertfrei oder verschließen wir uns um uns zu beschützen?

Das geschieht ja durch Bruchteile von Sekunden, denn unser Verstand und all die anderen Antennen in unserem Geist scannen die Umwelt und ordnen ein. Alles auf Basis dieser Grundstimmung.

Wie wir uns mit oder in unserem Körper fühlen hat Einfluss darauf, was wir über uns selbst denken, wie wir uns selbst sehen und welche Geschichten wir uns im Inneren über uns erzählen.

Als Kinder nehmen wir die Energiefelder aus unserem Umfeld sehr genau wahr.

Im Alter von 0-8 saugen wir regelrecht alles auf. Eindrücke und Stimmungen, Dynamiken und Verhältnisse; vor allen Dingen die Energien unserer Eltern und was zwischen ihnen so vor sich geht.

In meiner Arbeit mit Readings und Energiefeldern habe ich in den letzten Jahren gelernt, dass jede Familie ein eigenes Energiefeld und Thema hat, ihre eigene Grundstimmung.

Und weil natürlich nicht immer alles paletti in unserer Kindheit war, beziehungsweise zwischen unseren Eltern, kann es sein, dass du dir Strategien angeeignet hast um mit dem Einfluss dieser Stimmung und ihrer Wirkung auf dich klarzukommen. 

Wenn du dir vorstellst, dass deine Eltern vielleicht Dysharmonien hatten und du gespürt hast, wie einer ins Opfer geht und der andere in den Täter (was zwei Rollen sind die wir in vielen Beziehungen vorfinden können), dann kann es sein das du als Kind angefangen hast auszugleichen. Oder das du dich mit einem Elternteil solidarisiert hast um es zu bestärken.  

Als Kinder sind wir noch in unserem Wesen, wir fließen und empfangen ganz offen. Wir nehmen intuitiv ziemlich genau wahr was vor sich geht. 

Dann vermitteln Kinder, bilden eine enorme Empathie und Hilfsbereitschaft aus. Wenn du dich als Kind darin wiedererkennst und heute auf der Suche bist, kann es sein, dass du dich verlassen hast (musstest) um Nähe zu deinen Eltern herzustellen. 

Manchmal sprechen wir auch von Hochsensibiltät, also einer enormen Feinfühligkeit und Wahrnehmungskraft. Meiner Meinung nach waren das Kinder, die sich in ihren Familien und deren Grundenergie nicht wohl gefühlt haben. Die mit ihrem Wesen nicht empfangen wurden weil die Eltern womöglich zu sehr mit sich selbst und ihren (unbewussten) Wunden beschäftigen waren.

Andere scannen alles und jeden so sehr um sich in Sicherheit zu wähnen. Sie bilden unbewusst ein Muster der Kontrolle. Um Situationen abschätzen zu können und mit dem Umfeld sicher zu sein muss man Bescheid wissen.

Als Kind fängt man an alles zu beobachten um die Lücke zwischen dem, was gesagt wird und dem, was man selbst intuitiv wahrnimmt schließen zu können.

Wie oft ist es dir passiert, dass du jemanden gefragt hast „Wie geht es dir?“ und du hast die Antwort schon gewusst, gefühlt oder anders intuitiv wahrgenommen. Doch der Erwachsene sagt genau das Gegenteil: „Hervorragend geht es mir! Richtig gut!“ Das verwirrt Kinder, die dann versuchen diese Diskrepanz auszugleichen, oder persönlich zu nehmen. 

Wir alle haben das so gemacht und es ist niemandem ein Vorwurf zu machen. 

Wenn du dich im Wesen nicht gesehen fühlst und wahrnimmst, dass du nicht empfangen und verstanden wurdest, verstricken wir uns in den Energiefeldern um uns herum.

Es ist eine Überlebensstrategie um sicher zu sein.

Es kann sein, dass wir später Schwierigkeiten bekommen gewisse Dinge im Leben loszulassen oder gar zuzulassen. Und ohne es zu wollen lebt man unbewusst die Dynamiken und Muster nach, die einem im Ursprung nicht gut getan haben.

Irgendwann kommt der Punkt – meistens im Berufsleben –  wo die Energie nicht mehr fließt. Wo der Job keinen Spaß macht, wo nicht klar ist welche Aufgabe oder Leidenschaft man überhaupt hat. Wo sich die Frage stellt, warum das alles und wofür.

Dann ist meistens ein Indikator dafür emotional verstrickt zu sein. Wenn du merkst, dass du mehr mit Gedanken und Gefühlen beschäftigt bist: Was andere von dir denken und sagen. Wie du wirkst und auch mit deinem Körper nicht wirklich in Kontakt bist.

Die gute Nachricht ist: Jede*r ist emotional verstrickt. Der eine mehr, die andere weniger. Es ist das Resultat unserer Zeit bzw. unser Erbe der vorhergehenden Generationen, in denen gar kein Raum dafür war sich selbst tiefer kennenzulernen, seinem Wesen Raum zu geben und zu sein, anstatt ums Überleben zu kämpfen. 

Emotionale Unabhängigkeit bedeutet also, dass du in dir selbst autark bist.

Dass du keine Energie von anderen Menschen ziehen musst um dich besser zu fühlen. Dass du mit dir selbst gut zurecht kommst und bei dir sein kannst – in der Offenheit.

Emotionale Unabhängigkeit bedeutet auch, dass wir als Frauen nun daran sind die Rollen und Projektionen mit denen z.B. noch unsere Mütter zu kämpfen hatten, auflösen können und alle Freiheiten haben, selbstständig und frei zu leben, zu arbeiten und zu sein. Was für ein Geschenk unserer Zeit das doch ist!

Emotionale Unabhängigkeit ist nicht alles persönlich zu nehmen und auf sich zu beziehen. Es bedeutet, mit sich selbst in Kontakt zu sein, sich selbst aushalten zu können (ohne aber ins Versteck vor anderen Menschen und Situationen zu gehen).

Emotionale Unabhängigkeit ist sich freizumachen von dem, wie andere Menschen sich fühlen und ihnen auch nicht zu helfen. Helfen in dem Sinne von jemanden heilen zu wollen.

Das macht jeder für sich allein. Deswegen sind wir hier.
Wir sammeln hier Erfahrungen in der Abtrennung, fühlen uns allein oder nicht zugehörig, vielleicht auch blockiert, also abgetrennt.

Und durch viele Wege kehren wir wieder zu uns selbst zurück. In die eigene Einheit. Von dort können wir offen sein für alles, was uns im Leben begegnet. Dann willst du nichts mehr von anderen. Du musst auch nichts mehr tun damit sie dich sehen. Du siehst dich nämlich selbst. Du bist emotional unabhängig! 

Mich würde interessieren wie du das siehst? Hat dich der Beitrag inspiriert?
Ich freue mich über deinen Kommentar!

Alles Liebe,